Politik : Regierung verteidigt Lambsdorff gegen Kritik des Jüdischen Weltkongresses

Die Bundesregierung hat die Verhandlungsführung ihres Beauftragten Otto Graf Lambsdorff bei der Zwangsarbeiter-Entschädigung gegen die Kritik des Jüdischen Weltkongresses (WJC) verteidigt. Vize-Regierungssprecher Bela Anda sagte am Freitag in Berlin, Lambsdorff genieße weiterhin das volle Vertrauen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). WJC-Generalsekretär Israel Singer hatte der "Berliner Zeitung" gesagt, die Bundesregierung sei dafür verantwortlich, dass es bei den Gesprächen nicht um Gerechtigkeit und Moral, sondern ums Geschäft gehe. Auch Vertreter von SPD und Grünen wiesen Singers Kritik als unangemessen zurück.

Singer hatte zur deutschen Rolle bei den Verhandlungen gesagt: "Es geht um Business, um einen Schlussstrich. Wenn das so sein sollte, können Sie Ihr Geld behalten." Er warf den deutschen und amerikanischen Regierungsbeauftragten, Lambsdorff und Stuart Eizenstat, vor, in den Streit der Opfergruppen um die Verteilung der zugesagten zehn Milliarden Mark nicht einzugreifen. "Das ist ein Skandal. Aber das ist die deutsche Moral vom Jahre 2000, das ist das System, nach dem die rot-grüne Regierung in Berlin handelt."

Anda stellte die Frage, ob die Kritik Singers hilfreich sei. Die Verhandlungen seien in einem Stadium, in dem es gelte, zu sehr unterschiedlichen Interessen einen Konsens zu finden. Zur Frage nach einem möglichen Scheitern sagte Anda, die nächste Verhandlungsrunde am 7. und 8. März stehe nicht im Begriff, abgesagt zu werden. Lambsdorff war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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