Richard Grenell : Trumps neuer Mann in Berlin

Gut sieben Monate nach seinem Amtsantritt hat der US-Präsident Richard Grenell als Botschafter in Deutschland nominiert. Der Fox-News-Kommentator bringt auch diplomatische Erfahrung mit.

Richard Grenell Ende 2016 am Trump Tower in New York.
Richard Grenell Ende 2016 am Trump Tower in New York.Foto: dpa/AP/Richard Drew

Der frühere Diplomat und Medienkommentator Richard Grenell soll neuer Botschafter der USA in Deutschland werden. US-Präsident Donald Trump wolle ihn vorschlagen, teilte das Präsidialamt am Freitag mit. Die Nominierung muss noch vom US-Senat bestätigt werden.

Bereits Ende Juli war aus Kreisen des US-Präsidialamtes verlautet, dass Trumps Wahl für den Posten in Berlin auf Grenell gefallen sei. Grenell war unter Präsident George W. Bush von 2001 bis 2008 der Sprecher des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen, 2010 gründete er eine Beratungsfirma.

Botschafterposten seit Monaten verwaist

Der 50-Jährige gilt als einer der ersten und stärksten Unterstützer des außenpolitischen Kurses von Donald Trump. Er trat zuletzt regelmäßig beim Sender Fox News als Kommentator auf, seine Beiträge erschienen unter anderem im „Wall Street Journal“, bei „Politico“, CBS News oder CNN.

Grenell lebt seit rund 14 Jahren mit seinem Partner Matt Lashley zusammen. In der republikanischen Partei ist er wegen seines Engagements für die gleichgeschlechtliche Ehe umstritten. Mit Grenell käme der hochrangigste LGBT-Vertreter in der konservativen Administration von Trump nach Deutschland. Dass es dazu kommen würde, hatte sich nicht nur in Medienberichten angedeutet. In einem Tweet vom 12. Juli dankte Grenell dem US-Präsidenten, ohne genauer zu erklären, wofür. Das dürfte nun geklärt sein:

Die Stelle des US-Botschafters in Berlin ist seit dem Ausscheiden von John Emerson mit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar verwaist. Die Geschäfte werden derzeit vertretungsweise von Kent Logsdon wahrgenommen. Diplomaten in Deutschland und den USA hatten auf eine rasche Besetzung der Stelle gehofft, um den diplomatischen Draht zwischen beiden Staaten wieder zu verbessern. (mes, Reuters, dpa)

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