Politik : Ringstorff tritt wieder als Spitzenkandidat an

Andreas Frost

Schwerin - Harald Ringstorff will weitermachen. Ein Jahr vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kürte der Landesvorstand der SPD den Ministerpräsidenten am Freitag erneut zum Spitzenkandidaten. Er wolle die Partei nicht nur in den Wahlkampf führen, sondern auch weiterregieren, sagte Ringstorff. Auf Fragen nach der Notwendigkeit eines Generationenwechsels sagte der 66-Jährige: „Ich kann nicht sagen, dass ich einen Krückstock brauche.“ Ringstorff regiert seit 1998 mit einer SPD/PDS-Koalition. Die Nordost-SPD beendete mit der Benennung Ringstorffs Spekulationen über einen vorzeitigen Abgang des Ministerpräsidenten von der politischen Bühne. Landesparteichef Till Backhaus, dem Ambitionen auf die Ringstorff-Nachfolge nachgesagt werden, lobte das „bewährte Tandem“, das der Regierungschef und er selbst bildeten.

Trotz Sympathie für die Fortsetzung der rot-roten Koalition sieht Ringstorff darin keinen Selbstläufer, sondern aus heutiger Sicht nur eine „wahrscheinliche Entwicklung“. Die CDU im Land müsse sich noch sehr in Richtung Reformbereitschaft verändern, um für die SPD als Koalitionspartner in Frage zu kommen. CDU-Spitzenkandidat Jürgen Seidel sagte, mit Ringstorff sei kein Neuanfang für das Land zu erwarten. Bei der Landtagswahl 2002 hatte die SPD die CDU rund zehn Prozentpunkte hinter sich gelassen. Bei der Bundestagswahl vor zwei Wochen lagen beide Parteien fast gleichauf bei etwa 30 Prozent.

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