Politik : Ronald Reagan: Ikone der Konservativen

Eine Hüftoperation nach einem Sturz hat Ronald Reagan kürzlich wieder in die Schlagzeilen gebracht. Doch sonst ist es still geworden um den früheren Präsidenten der Vereinigten Staaten und einstigen Filmschauspieler, der an diesem Dienstag 90 Jahre alt wird. Die Symbolfigur der amerikanischen Konservativen, deren Politik unter dem jetzigen Präsidenten George W. Bush ihre Fortsetzung findet, leidet seit Jahren an der Alzheimer-Krankheit. Seine Karriere begann Reagan 1937 als Schauspieler. Er drehte 53 Filme - die meisten waren B-Pictures, für die Kinos in der Nebenstraße gedacht und am Fließband produziert. Seine politische Karriere startete er bei den Demokraten. In den 50ern schwenkte er nach rechts und trat 1962 der Republikanischen Partei bei, wo Reagan bald als rechter Flügelmann galt. Von 1967 bis 1975 war er Gouverneur von Kalifornien.

Auch zwölf Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus blicken viele Amerikaner mit Sehnsucht auf Reagans Präsidentschaft von 1981 bis 1989 zurück. Er verstand es, dem Präsidentenamt, das unter Richard Nixon und der Watergate-Affäre stark gelitten hat, wieder Glanz zu verleihen. Außerdem gab er mit seiner Politik der Stärke nach dem Vietnamkrieg und der Demütigung durch die Geiselnahme amerikanischer Diplomaten in Iran während der Amtszeit seines Vorgängers Jimmy Carter den Amerikanern die Selbstachtung zurück.

Zu Reagans außenpolitischen Erfolgen zählt der Abschluss des Vertrags mit der Sowjetunion über die Vernichtung der landgestützten atomaren Mittelstreckenraketen (INF). Damit gelang erstmals die Abschaffung einer ganzen Kategorie von Atomwaffen. Zugleich wurde der Streit um die Nato-Nachrüstung beendet. Das Abkommen wurde im Dezember 1987 in Washington von Reagan und dem sowjetischen Parteichef Gorbatschow besiegelt. Es war Ausdruck einer dramatischen Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Supermächten und ein erster Schritt zur Beendigung des Kalten Krieges. In einer Rede vor dem Brandenburger Tor rief er am 12. Juni 1987 in Westberlin aus: "Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!" Zweieinhalb Jahre später fiel die Mauer.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben