Politik : Rücktritt: Britischer Minister Mandelson soll seine Kabinettskollegen belogen haben

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Der britische Nordirlandminister, Peter Mandelson, ist am Mittwoch zurückgetreten. Er soll seine Kabinettskollegen belogen haben. Mandelson musste schon einmal, im Dezember 1998, aus der Regierung scheiden, weil er ein hohes Darlehen von einem Ministerkollegen nicht den Vorschriften entsprechend offen gelegt hatte. Diesmal schien der Anlass geringfügig: Mandelson hatte 1998 einen untergeordneten Ministerkollegen angerufen, um sich im Namen eines milliardenschweren indischen Geschäftsmannes nach neuen Einbürgerungsregeln zu erkundigen. Srichand Hinduja und seine Brüder hatten kurz zuvor eine Million Pfund (3,3 Millionen Mark) gespendet, um die dem Glauben gewidmete Abteilung des Millenium-Domes auszustatten.

Die Hinduja-Brüder werden von der indischen Regierung beschuldigt, als Mittelsmänner Schmiergeld von der schwedischen Waffenschmiede Bofors kassiert zu haben. Noch am Wochenende hatten sowohl Mandelson wie auch das Büro des Premierministers Tony Blair bestritten, dass der Minister persönlich in die Einbürgerung verwickelt war. Das wurde anschließend richtig gestellt, aber offenkundig hatte Mandelson dem mächtigen Pressesprecher Blairs, Alistair Campbell, die Wahrheit verschwiegen. Mit Mandelson verliert der britische Premierminister unmittelbar vor einer Unterhauswahl seinen engsten Berater. Mandelson galt als ein gefürchteter Medienmanipulator, als hervorragender Wahlstratege und schließlich auch als einer der geistigen Väter der gewandelten Labour-Partei. Im Kabinett vertrat er eine konsequent pro-europäische Position.

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