Politik : Russland geht auf Konfrontationskurs zur UN-Kommissarin Mary Robinson

Die russische Regierung hat einen Besuch der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, in Tschetschenien abgelehnt. Eine Anfrage Robinsons aus der vergangenen Woche wurde von Moskau telefonisch abgelehnt. Zur Begründung hieß es, "andere UN-Organisationen kümmerten sich bereits ausreichend um die Situation vor Ort". Das russische Außenministerium hatte am Wochenende gegen angeblich "antirussische" Äußerungen der UN-Hochkommissarin protestiert. Diese hatte Moskau zuvor aufgefordert, Menschenrechtsbeobachtern den Zugang zur abtrünnigen Kaukasus-Republik zu gestatten. Die Menschenrechtskommission will sich nun am 20. März mit der Lage im Kriegsgebiet befassen.

Ungeachtet der Kritik haben die russischen Streitkräfte auch am Dienstag Stellungen in den Bergen Tschetscheniens angegriffen. Die Truppen rückten weiter vor, vor allem in Richtung Schatoi, teilte der russische Generalstab mit. Demnach nahmen die Soldaten die Höhenzüge bei Selmentausen und Machkety rund 20 Kilometer nordöstlich der Stadt ein. Am Montag hatte die russische Luftwaffe mehr als 150 Einsätze in den Bergen geflogen. Ziele waren vor allem die Schluchten von Argun und Wedeno, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. Der amtierende Präsident Wladimir Putin reiste am Dienstag nach Wolgograd, um dort an den Feierlichkeiten zum "Tag der Verteidiger des Vaterlandes" teilzunehmen. Dabei wollte er auch verwundete russische Soldaten besuchen.

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