Russland : Putin genehmigt sich Gehaltserhöhung

Offiziell verdient Russlands Präsident künftig 14 000 Euro im Monat. Doch über Strohmänner soll er auch an Unternehmen beteiligt sein.

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Wladimir Putin verdient künftig mehr als das Doppelte.
Wladimir Putin verdient künftig mehr als das Doppelte.Foto: dpa

Als „Sonderhonorar für den Russland-Beitritt der Krim“, verrissen kritische Blogger im Internet den jüngsten Ukas von Wladimir Putin. Mit diesem erhöhte der Kremlchef die monatlichen Bezüge für sich und Regierungschef Dmitri Medwedew um mehr als das Zweieinhalbfache. Demzufolge geht Putin, der derzeit laut Steuererklärung ein Monatseinkommen von 280 000 Rubel (5600 Euro) hat, künftig mit über 700 000 Rubel (14 000 Euro) nach Hause. Medwedew, der bisher mit 400 000 Rubel (8000 Euro) auskommen musste, bekommt künftig 600 000 Rubel (12 000 Euro). Geld, das beide ohne Abstriche auf die hohe Kante legen können, denn während ihrer Amtszeit profitieren russische Spitzenpolitiker von einem Rundum-sorglos-Paket: Sein müdes Haupt darf Putin wahlweise in dem repräsentativen Wohntrakt im Kreml oder auf einem der zahlreichen Landsitze in der Umgebung von Moskau zur Ruhe betten. Dazu kommen Dienstwagen der Luxusklasse, von denen die Kreml-Garage gleich mehrere Dutzend vorhält. Kostenfrei sind auch der Cateringservice aus der Kremlküche und die ärztliche Betreuung durch Kreml-Mediziner. Sie wachen auch über das Wohlergehen der Angehörigen. Schon die Kremlherrscher der Sowjetära handhabten das so.

Die meisten Privilegien enden jedoch mit der Amtszeit. Putin, behaupten kritische Medien, habe daher vorgesorgt. Er soll Besitzer eines Märchenschlosses an der kaukasischen Schwarzmeerküste sein. Über loyale Strohmänner soll er zudem Beteiligungen an lukrativen russischen Unternehmen halten. Mehrere Rubel-Milliardäre gibt es auch in der Regierung und in der Kremladministration. Dazu gehört, wie das Massenblatt „Moskowski Komsomolez“ schreibt, auch Oleg Belawenzew, den Putin nach dem Beitritt der Krim zu Russland zu seinem Bevollmächtigten für die Schwarzmeerhalbinsel ernannte.

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