Russland und Ukraine im Krieg : Poroschenko hält Waffenruhe schon morgen für möglich

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erklärt auf dem Nato-Gipfel in Wales auch, dass viele Staaten bereit sind, der Ukraine militärisch zu helfen. Verfolgen Sie die Geschehnisse in unserem Live-Blog.

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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zusammen mit US-Präsident Barack Obama.
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko zusammen mit US-Präsident Barack Obama.Foto: dpa

Die Lage in der Ukraine bleibt angespannt. Im Blickpunkt heute: die Nato. Das Verteidigungsbündnis kommt in Wales zu einem Gipfel zusammen. Verfolgen Sie die Ereignisse rund um den Ukraine-Konflikt in unserem Live-Blog.

+++ 20:35 Uhr: Poroschenko: Nato-Partner wollen mit Militärgütern helfen, die auch tödlich sein könnten +++

Einige Nato-Partner wollen der Ukraine nach Worten des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko auf bilateraler Basis mit Militärgütern helfen, die auch tödlich sein könnten. Das sagte Poroschenko am Donnerstag in Newport nach Beratungen mit den Staats- und Regierungschefs der 28 Nato-Staaten. Namen der Länder nannte der Kiewer Staatschef nicht. In der Schlusserklärung heißt es, die Alliierten hätten den Wunsch der Ukraine für militärisch-technische Unterstützung zur Kenntnis genommen. Viele Staaten seien bereit, dem Land auf bilateraler Basis zu helfen.

+++ 20:15 Uhr: Merkel: Es kann keine militärische Lösung geben +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt, bei der Nato habe es einen breiten Konsens gegeben, dass es keine militärische Lösung in der Ukraine geben kann. Man sei bereit, mit Russland über eine politische Lösung zu reden. Merkel hat sich für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen der Nato und der Ukraine ausgesprochen, einen Beitritt zum Bündnis aber erneut abgelehnt. „Es geht nicht um eine Mitgliedschaft der Nato“, betonte sie am Donnerstag Rande des Nato-Gipfels in Newport. Sie versicherte Kiew die Solidarität der Nato im Konflikt um die Ostukraine und ihre grundsätzliche Bereitschaft zu weiteren Sanktionen gegen Russland.
Gleichzeitig bekräftigte Merkel aber die Bereitschaft zu Gesprächen mit Moskau. „Wir wollen eine politische Lösung. Wir sind bereit natürlich mit Russland darüber zu sprechen.“

+++ 19:45 Uhr: Waffenruhe könnte schon morgen unterzeichnet werden +++

Mit einem ersten bilateralen Abkommen wollen Präsident Petro Poroschenko und die Separatisten den Weg für ein Ende des Ukraine-Konflikts frei machen. Eine Waffenruhe könnte schon morgen unterzeichnet werden. In Minsk in Weißrussland trifft sich dann die Ukraine-Kontaktgruppe. Sollte da eine Einigung gelingen, werde er für die ukrainischen Streitkräfte eine Feuerpause anordnen. Das sagte Poroschenko beim Nato-Gipfel in Wales.

+++ 18:00 Uhr: Rasmussen: Nato entscheidet nicht über Waffenlieferungen +++

Die Entscheidung über Waffenlieferungen an die Ukraine liegt nach den Worten von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nicht in den Händen des Militärbündnisses. "Die Allianz als solche liefert keine Waffen, weil sie keine besitzt", sagte
Rasmussen am Donnerstag beim Nato-Gipfel im walisischen Newport. Die Entscheidung über Waffenlieferungen liege damit
allein bei den einzelnen Staaten. Deutschland lehnt es ab, Waffen an die Ukraine zu schicken, liefert aber Schutzausrüstung.

+++ 17:30 Uhr: Steinmeier: Poroschenko ist vorsichtig zuversichtlich +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht leichte Bewegung in der Ukraine-Krise. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko habe sich am Donnerstag auf dem Nato-Gipfel in Wales „ganz vorsichtig zuversichtlich gezeigt, dass jetzt doch
eine Phase eingetreten ist, in der ernsthaft verhandelt wird, und in der man vielleicht im Laufe der Woche zu ersten Ergebnissen kommen kann“, sagte Steinmeier am Rande des Gipfels. Es sei dringend nötig, dass in direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine Fortschritte erzielt würden. „Natürlich ist es zu früh, im Augenblick Erwartungen zu äußern“, sagte Steinmeier vorsichtig. Er rief aber dazu auf, die Gunst der Stunde zu nutzen.

+++ 16:15 Uhr: Separatisten stellen Bedingungen für Waffenruhe +++

Die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine haben ihre Bereitschaft zu einer Waffenruhe erklärt - unter Bedingungen. Auf der Website der Separatisten hieß es am Donnerstag, die Regierungschefs der selbsterklärten "Volksrepubliken" von Lugansk und Donezk könnten die Anordnung für die Waffenruhe am Freitag um 15.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 MESZ) erteilen. Bedingung sei, dass die Vertreter der Ukraine den von Russland vorgelegten Friedensplan unterzeichneten.

Der Sieben-Punkte-Plan, den der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch vorgelegt hatte, sieht den Rückzug der ukrainischen Armee, die Freilassung aller Gefangener, die Einrichtung humanitärer Korridore und die Entsendung internationaler Beobachter vor. Der Ukraine-Kontaktgruppe gehören Vertreter Kiews, Moskaus, der Separatisten und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an.

+++ 15:45 Uhr: Auch Separatisten erklären sich zu Waffenruhe in Ukraine bereit +++

Auch die Anführer der Separatisten im Osten der Ukraine haben am Donnerstag ihre Bereitschaft zu einer Waffenruhe erklärt. Auf der Website der Separatisten hieß es, am Freitag könne es die Anordnung für die Waffenruhe geben. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko angekündigt, ein Plan zur Waffenruhe solle am Freitag mit den Separatisten besiegelt werden.

+++ 15:10 Uhr: Ukraine will Waffenruhe ab Freitag, 13.00 Uhr +++

Die Ukraine will den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagenen Plan für ein Ende der Kämpfe zwischen Separatisten und Armee im Osten des Landes akzeptieren. Er werde eine Waffenruhe für Freitag ab 13.00 Uhr anordnen, falls das Treffen für das Friedensabkommen in Minsk bestätigt werde, kündigte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Donnerstag am Rande des Nato-Gipfels in Newport an. In Minsk werden am Freitag Unterhändler der Ukraine, Russlands und der
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erwartet.

Der von Putin am Mittwoch vorgestellte Sieben-Punkte-Plan sieht unter anderem die Entsendung internationaler Beobachter in die umkämpfte Ostukraine vor. Zunächst sollen Separatisten und Regierungstruppen ihre Kämpfe einstellen. Zudem ist darin ein Rückzug der ukrainischen Soldaten vorgesehen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte am Donnerstag laut Nachrichtenagentur Interfax: “Gemeinsam mit der OSZE sind wir bereit, praktische Schritte zu einer Deeskalation zu unternehmen.“

Im Gegensatz zu Poroschenko hatte sich Ministerpräsident Arseni Jazenjuk skeptisch über das russische Angebot geäußert. Er warf Putin vor, nur neue Sanktionen verhindern zu wollen. Am Freitag wollen die EU-Staaten über neue Wirtschaftssanktionen gegen Russland entscheiden. Wegen des Ukraine-Konflikts sind die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland so sehr abgekühlt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Die Kämpfe im Osten der Ukraine und die Rolle Russlands sind auch dominierendes Thema des Nato-Treffens in Großbritannien.

+++ 14:35 Uhr: Poroschenko erwartet Friedensplan +++

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erwartet nach eigenen Worten, dass am Freitag bei einem Treffen der Kontaktgruppe ein Abkommen für einen Friedensplan unterzeichnet wird. Sollte das Treffen bestätigt werden, werde er für die ukrainischen Streitkräfte ab Freitag 13.00 Uhr eine Waffenruhe anordnen. Das Dokument werde ein Stufenplan für eine friedliche Lösung des Konflikts sein, sagte Poroschenko am Donnerstag am Rande des Nato-Gipfels in Newport.

+++ 14:00 Uhr: Litauen kritisiert Merkels Haltung zur Nato-Russland-Gründungsakte +++

Der litauische Regierungschef Algirdas Butkevicius hat das Festhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Nato-Russland-Gründungsakte kritisiert. Das trage nicht zu einer schnellen Problemlösung bei, sagte er am Donnerstag im litauischen Radio. Merkel hatte angekündigt, auf dem Nato-Gipfel in Wales trotz der Ukraine-Krise frühere Absprachen mit Russland zur beschränkten Stationierung von Nato-Truppen an der Ostflanke nicht infrage stellen zu wollen. 

Nato-Gipfel
Im Celtic Manor Resort in Newport in Wales findet der Nato-Gipfel statt.Weitere Bilder anzeigen
1 von 11Foto: dpa
04.09.2014 11:41Im Celtic Manor Resort in Newport in Wales findet der Nato-Gipfel statt.

Alle Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten sollten mit einer Stimme sprechen anstatt „völlig unverständliche“ Aussagen zu treffen, sagte Butkevicius. Die baltischen Staaten und Polen hatten schon vor dem Nato-Gipfel wiederholt auf eine Stärkung der Nato-Ostflanke und Stationierung von Truppen in ihren Ländern gedrungen.

+++ 13:30 Uhr: Der Nato-Gipfel hat begonnen +++

Der Nato-Gipfel im britischen Newport hat offiziell begonnen. Der Generalsekretär des Bündnisses Anders Fogh Rasmussen und der britische Premier und Gastgeber David Cameron begrüßten die 28 Staats- und Regierungschefs am Mittag am Gipfelort in Wales. In einer weltpolitisch sehr angespannten Lage befasst sich das Treffen bis Freitag mit den Krisen in der Ukraine und in Nahost. Außerdem geht es um die Zukunft Afghanistan. Parallel zum Gipfel treffen sich die Verteidigungs- und die Außenminister der Nato. Der Gipfel gilt als der wichtigste des Bündnissses nach dem Ende des Kalten Krieges.

+++ 13:15 Uhr: Afghanischer Oberst aus Nato-Gipfeldelegation beantragt Asyl +++

Ein Oberst aus der afghanischen Delegation zum Nato-Gipfel in Wales hat einem Medienbericht zufolge nach der Landung in London Asyl in Großbritannien beantragt. Oberst Enajatullah Barack sei eigentlich als afghanischer Flaggenträger bei einer Zeremonie auf dem Treffen des Bündnisses vorgesehen gewesen, berichtete die britische „Times“ am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe. Er sei Teil der Delegation von Verteidigungsminister Bismillah Mohammadi gewesen.

Mohammadi vertritt Afghanistan auf dem Gipfel, weil weiterhin nicht feststeht, wer der neue Präsident des Landes sein wird. Der Nato-Gipfel wollte sich am Donnerstag mit Afghanistan befassen. Die „Times“ nannte den Asyl-Antrag des Offiziers „hochgradig peinlich“ für den britischen Premierminister und Gipfel-Gastgeber David Cameron. Das Blatt sah dadurch außerdem Behauptungen unterminiert, wonach sich die Sicherheitslage in Afghanistan verbessert habe.

Ein Sprecher des Verteidigungsministerium in Kabul teilte auf Anfrage mit, ihm lägen keine Erkenntnisse darüber vor, dass jemand aus der Delegation Asyl beantragt habe.

Der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan läuft Ende des Jahres aus. Über den geplanten Folgeeinsatz kann das Bündnis nicht entscheiden, bevor nicht ein neuer Präsident feststeht.

+++ 12:40 Uhr: Kurz vor Beginn des Nato-Gipfels: Merkel trifft Poroschenko +++

Kurz vor dem offiziellen Beginn des Nato-Gipfels ist der ukrainische Präsident Petro Poroschenko mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), US-Präsident Barack Obama und weiteren führenden Nato-Vertretern zusammengekommen. An dem Treffen am Tagungsort im walisischen Newport nahmen auch Frankreichs Präsident François Hollande und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi teil. Poroschenko werde von den neuesten Entwicklungen vor Ort und seinen Gesprächen mit Russlands Präsident Wladimir Putin berichten, hieß es zuvor aus britischen Regierungskreisen.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen forderte nach den Vorschlägen Putins für einen Frieden in der Ukraine konkrete Schritte zur Entschärfung der Lage. "Wir begrüßen alle Bemühungen, eine friedliche Lösung für die Krise in der Ukraine zu finden", sagte Rasmussen in Newport. Als Reaktion auf den "sogenannten Friedensplan" von Moskau müsse er jedoch hinzufügen: "Was zählt, ist, was wirklich vor Ort passiert."

+++ 12.30 Uhr: Rasmussen: Nato würde irakische Bitte um Hilfe ernsthaft prüfen +++

Im Kampf gegen die islamische Terrormiliz IS würde die Nato ein Hilfeersuchen des Iraks ernsthaft prüfen. Das sagte der Generalsekretär des Bündnisses Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag unmittelbar vor Beginn des Nato-Gipfeltreffens in Newport (Wales). Er bezog sich unter anderem auf Ausbildungshilfe. „Was die Nato anbetrifft, so haben wir keinerlei Bitte um ein Engagement der Nato erhalten“, sagte er. „Ich bin sicher, dass falls die irakische Regierung um Nato-Hilfe bitten würde, dies von den Verbündeten sehr sorgfältig geprüft würde.“

Rasmussen verwies darauf, dass die Nato bis 2011 Ausbilder im Irak stationiert hatte. „Und wenn die irakische Regierung die Wiederaufnahme solcher Ausbildungsaktivitäten erbitten würde, dann würden die Nato-Verbündeten das ganz sicher ernsthaft
prüfen.“

+++ 12:15 Uhr: Mehrheit der Deutschen hält Ukraine für gefährlichste Krise +++

Die Mehrheit der Deutschen hält den Ukraine-Konflikt für die gefährlichste der aktuellen Krisen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov meinen 57 Prozent, die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine bedrohten Deutschland stärker als der Terror des Islamischen Staats (34 Prozent) und der Gaza-Krieg (9 Prozent). Den Weltfrieden sehen 45 Prozent am stärksten durch die Ukraine-Krise bedroht. 41 Prozent halten dagegen die globalen Auswirkungen des Vorgehens der IS-Miliz im Irak und Syrien für gefährlicher. 14 Prozent sehen den Gaza-Krieg zwischen Israel und der palästinensischen Hamas als größte Bedrohung für den Weltfrieden. Persönlich bedroht fühlen sich 46 Prozent am stärksten durch die Ukraine-Krise, 35 Prozent durch den IS-Terror und 19 Prozent durch die Gaza-Krise.

+++ 11.28 Uhr: Kritische Stimmen aus Frankreich an Absage von Schifflieferung +++

Aus Frankreich gibt es kritische Stimmen zur Absage der Lieferung von zwei Helikopterträgern an Russland. Von Gewerkschaftsseite und von der rechtsextremen Front National (FN) wurde die Entscheidung der Regierung attackiert. FN-Chefin Marine Le Pen sprach in einem RTL-Interview von einem schwerwiegenden Schritt, der die Unterwerfung unter die amerikanische Diplomatie enthülle. Ein ebenfalls dem rechtsextremen Lager zugeordnetes Bürgerkomitee rief zu einer Demonstration gegen die Entscheidung am Sonntag an der Werft in Saint-Nazaire auf.
"Konsterniert und entrüstet" nahm die Gewerkschaft FO (Force Ouvrière) die Nachricht auf. In Saint-Nazaire ist der erste von zwei Hubschrauberträgern für Moskau inzwischen fast fertiggebaut. Die Ukraine begrüßte dagegen den Schritt der Regierung in Paris. "Ich danke der französischen Führung für ihre verantwortungsvolle Entscheidung. Sie ist wichtig für den Erhalt des Friedens in Europa", schrieb Außenminister Pawel Klimkin bei Twitter. Ähnlich äußerte sich der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas. "Die Modernisierung der russischen Militärkapazitäten und mögliche Erpressung oder Aggression gegen unsere Verbündeten und Partner hätte zweifellos Auswirkungen auf Litauens Sicherheit", sagte Olekas der Agentur BNS.  Nach Kritik westlicher Partner hatte Frankreich mitgeteilt, den für Russland gebauten Hubschrauberträger vorerst doch nicht auszuliefern.
Er sollte im Oktober Russland übergeben werden. Der Vertrag von 2011 zwischen Paris und Moskau sieht den Bau von zwei Hubschrauberträgern der Mistral-Klasse im Auftragswert von etwa 1,2 Milliarden Euro vor.

Nato-Gipfel in Wales.
Nato-Gipfel in Wales.Foto: Reuters

+++ 10.56 Uhr: "Russland greift Ukraine an" +++

Russland greift nach Aussage des Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen die Ukraine an. "Wir haben es mit einem dramatisch veränderten Sicherheitsumfeld zu tun." Zum Plan Putins ergänzt er, dass alle Bemühungen für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts begrüßt würden. Es zähle aber, was tatsächlich im ukrainischen Konfliktgebiet passiere. Rasmussen kritisierte: "Wir beobachten leider immer noch eine russische Beteiligung bei der Destabilisierung der Lage in der Ostukraine." Die Nato fordere Russland daher weiterhin auf, seine Truppen von der Grenze zur Ukraine abzuziehen, das Einsickern von Waffen und Kämpfern in das Land zu stoppen, die Unterstützung von bewaffneten Separatisten einzustellen und konstruktive politische Bemühungen zu beginnen. Dadurch könne Russland wirklich zu einer friedlichen Lösung der Krise in der Ukraine beitragen, mahnte Rasmussen.
Putin hatte am Mittwoch einen Sieben-Punkte-Plan vorgelegt, der insbesondere einen Rückzug der ukrainischen Truppen aus den Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk vorsieht. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk lehnte die Vorschläge als Augenwischerei ab.

+++ 10:45 Uhr: Obama und Cameron: Kein Zurückweichen gegen IS und Putin +++

US-Präsident Barack Obama und Großbritanniens Premierminister David Cameron haben unmittelbar vor Beginn des Nato-Gipfels ihre unbedingte Entschlossenheit im Kampf gegen die Terrormiliz IS und in der Russland-Politik demonstriert. "Wenn
Terroristen denken, dass wir angesichts ihrer Drohungen schwach werden, dann könnten sie gar nicht mehr irren. Länder wie
Großbritannien und die USA werden sich von barbarischen Killern nicht einschüchtern lassen", schrieben Obama und Cameron in einem gemeinsamen Gast-Kommentar für die britische Zeitung "The Times".

Gleichzeitig richteten Cameron und Obama eine deutliche Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin und kündigten eine längerfristige Präsenz von Nato-Truppen in Osteuropa an. Sie vermieden dabei jedoch, das Wort "permanent" zu benutzen. "Im Osten hat Russland sämtliche Regeln gebrochen mit seiner illegalen, eigenmächtigen Annexion der Krim und seinen Truppen auf ukrainischem Boden, die einen souveränen Nationalstaat bedrohen", schreiben Obama und Cameron.

+++ 10:30 Uhr: Euro-Gruppen-Chef: Sanktionen wirken +++

Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem sieht Erfolge bei den EU-Sanktionen gegen Russland im Finanzsektor. "Das war ein weiser Ansatz und wir haben da durchaus die Möglichkeit nachzulegen." Die EU könne die Maßnahmen verschärfen, müsse das aber nicht, sagt er vor dem EU-Parlament.

+++ 10:15 Uhr: Russland rechnet weiter mit französischem Schiff +++

Russland rechnet weiter mit der von Frankreich ausgesetzten Lieferung eines Hubschrauberträgers der Mistral-Klasse. "Wir haben keine Nachricht erhalten, dass der Vertrag nicht mehr gelten sollte", sagte Oleg Botschkarjow von der militärischen Regierungskommission am Donnerstag in Moskau. Die Ausbildung von 400 russischen Matrosen, die später auf dem Schiff arbeiten sollen, gehe in Frankreich normal weiter. "Man muss in aller Ruhe weiterarbeiten, bis die Atmosphäre (in der Ukrainekrise) sich ändert", sagte er der Agentur Interfax zufolge.Botschkarjow betonte, er rechne nicht mit einem völligen Stopp der Lieferung. "Wem will Frankreich ein Schiff verkaufen, dass nach russischen Anforderungen gebaut wurde? Seinen Nato-Partnern sicher nicht", sagte der Experte der Regierung in Moskau. Sollte die französische Führung dennoch den Vertrag annullieren, seien die vereinbarten Strafzahlungen wohl unausweichlich. Russische Medien nannten zuletzt eine mögliche Gesamtsumme von bis zu drei Milliarden Euro. Für die russische Marine wäre ein völliger Stopp der Lieferung "nicht kritisch", sagte Botschkarjow. Nach Kritik westlicher Partner hatte Frankreich mitgeteilt, einen für Russland gebauten Hubschrauberträger vorerst doch nicht auszuliefern.

Heiß begehrt: Der Hubschrauberträger der Mistral-Klasse soll nicht nach Russland ausgeliefert werden.
Heiß begehrt: Der Hubschrauberträger der Mistral-Klasse soll nicht nach Russland ausgeliefert werden.Foto: rtr

+++ 09:40 Uhr: Leyen bewertet Russlands Sieben-Punkte-Plan zurückhaltend +++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat kaum Vertrauen in die russischen Vorschläge zur Beilegung des Ukraine-Konflikts. "Ich wünschte, der Sieben-Punkte-Plan wäre ein Hoffnungszeichen", sagte von der Leyen am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. "Aber wir haben in der Vergangenheit so oft häufig erlebt, dass Präsident Putin etwas sagt, aber das Gegenteil tut, dass ich im Augenblick noch abwartend bin." Russlands Präsident Wladimir Putin hatte eine internationale Kontrolle der geplanten Feuerpause gefordert und einen Sieben-Punkte-Plan zur Beilegung des Konflikts aufgestellt. Kurz vor dem Nato-Gipfel in Wales betonte von der Leyen zugleich das deutsche Bekenntnis zum Nato-Abkommen mit Russland. Zwar habe Russland die Nato-Grundakte gebrochen, sagte sie. "Wir können nicht einreißen, was in den letzten 25, 30 Jahren aufgebaut worden ist gemeinsam. Und es wird eine Zeit geben nach Präsident Putin, eine Zeit nach der Krise." Die Staats- und Regierungschefs der Nato kommen an diesem Donnerstag in Wales zu einem zweitägigen Gipfel zusammen. Beherrschendes Thema ist das Verhältnis zu Russland.

+++ 09:35 Uhr: Lawrow: Neutralität der Ukraine nicht infrage stellen +++

Russlands Außenminister Lawrow warnt davor, die Neutralität der Ukraine infrage zu stellen. Das meldet die Nachrichtenagentur Interfax. Außerdem signalisierte er, dass Russland zur Entspannung der Lage beitragen wolle. "Gemeinsam mit der OSZE sind wir bereit, praktische Schritte zu einer Deeskalation zu unternehmen", sagte Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax. Lawrow bezog sich auf einen Plan zur Beilegung des Konflikts, den Präsident Wladimir Putin am Mittwoch vorgelegt hatte. Die Konfliktparteien in Kiew und in den Separatistenhochburgen Donezk und Luhansk sollten diese Vorschläge in Erwägung ziehen, sagte Lawrow. Der Plan sieht unter anderem die Entsendung internationaler Beobachter in die umkämpfte Ostukraine vor.

+++ 09:25 Uhr: Weiter Kämpfe in der Ukraine +++

Trotz jüngster Friedensbemühungen haben sich Armee und Aufständische in der Ostukraine erneut schwere Gefechte geliefert. Die prorussischen Separatisten hätten den von Regierungseinheiten besetzten Flughafen von Donezk unter Feuer genommen, berichteten Medien aus der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik am Donnerstag. "Wir haben zwei Angriffsringe um den Flughafen gezogen - den Soldaten bleibt nur, zu kapitulieren oder zu sterben", sagte der Separatistenführer Wladimir Kononow. Bereits Ende Mai hatten die militanten Gruppen eine Großoffensive auf den Airport gestartet. Dabei waren mehr als 50 Aufständische ums Leben gekommen. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko flog unterdessen zum Nato-Gipfel nach Wales ab. Das teilte die Kanzlei des prowestlichen Staatschefs in Kiew mit. Poroschenko wolle bei dem Treffen auch über seine Verhandlungen mit Kremlchef Wladimir Putin berichten, hieß es. Die beiden Präsidenten sprachen zuletzt über eine Feuerpause und über Wege zum Frieden in der Ostukraine. (mit rtr/dpa/AFP)

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