Politik : Rußland zieht Botschafter aus London und Washington ab

BAGDAD/WASHINGTON/MOSKAU (rtr/AP/Tsp).Die Irak-Krise stellt die Ost-West-Beziehungen auf eine schwere Belastungsprobe.Rußland rief aus Protest gegen die amerikanisch-britischen Luftangriffe seine Botschafter aus Washington und London zurück.Dessen ungeachtet setzten die USA und Großbritannien die "Operation Wüstenfuchs" fort.Auch am Freitag abend bombardierten sie Ziele in Bagdad und anderen Landesteilen.Nach irakischen Angaben wurden in den ersten beiden Bombennächten mehr als 25 Menschen getötet.Saddam Hussein zeigte sich unnachgiebig."Bei Gott, wir werden keine Kompromisse eingehen", sagte er im TV.

Bei den jüngsten Angriffen kamen wiederMarschflugkörper und Kampfflugzeuge zum Einsatz.Auch britische Tornados waren beteiligt.US-Präsident Clinton rechtfertigte die Angriffe erneut damit, daß Irak an der Produktion von Massenvernichtungswaffen gehindert werden müsse.Verteidigungsminister Cohen sagte, den irakischen Militäreinrichtungen seien große Schäden zugefügt worden.Wie Generalstabschef Shelton berichtete, wurden mehr als 200 Marschflugkörper auf gut 50 Ziele abgefeuert.Dabei seien die Hauptquartiere der irakischen Spezialeinheiten und des Geheimdienstes zerstört worden.Als Beweis für den Erfolg legte Shelton Fotografien vor, die die Gebäude vor und nach den Angriffen zeigten.Es habe keine amerikanischen Verluste gegeben.

Das russische Präsidialamt bestätigte, die Streitkräfte seien in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden, nannte das aber eine Routinemaßnahme in Spannungszeiten.Der russische Verteidigungsminister Sergejew verurteilte die Luftangriffe als Verstoß gegen die Normen des internationalen Rechts und erklärte, die Beziehungen Rußlands zur Nato seien bedroht."Wie können wir jetzt über Kooperation und Partnerschaft mit der Allianz sprechen, wenn Rußlands Meinung offen ignoriert wird?", fragte er.

Im UN-Sicherheitsrat legte der russische Botschafter Lawrow den Entwurf einer Erklärung vor, in der zu einer sofortigen Einstellung der Militäraktion aufgerufen wird.Außerdem soll der Sicherheitsrat sein Bedauern über die Anwendung von Gewalt gegen Irak zum Ausdruck bringen.

Auch der chinesische Staatspräsident Jiang Zemin forderte ein Ende der Luftangriffe.In einer Mitteilung an Clinton vertrat er die Ansicht, daß die irakische Führung weiterhin mit friedlichen Mitteln zur Zusammenarbeit mit den UN-Rüstungsinspektoren gebracht werden könnte.

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