Saarland : Bergleute protestieren gegen Steinkohle-Aus

Vor dem Landtag in Saarbrücken sind mehrere hundert Menschen auf die Straße gegangen, die bei einem Ende des Steinkohlebergbaus im Land ihre Existenz gefährdet sehen. Ministerpräsident Müller bekräftigte aber noch einmal, dass es hohe Hürden für einen Weiterbetrieb gebe.

SaarbrückenMehrere hundert Bergleute und Bergbaugegner haben vor einer Sondersitzung des saarländischen Landtags gegen das Ende des Steinkohlebergbaus demonstriert. Die Protestler machten vor dem Parlament in Saarbrücken lautstark auf ihre Ängste angesichts der geplanten Schließungen an der Saar aufmerksam. Die Bergbaugewerkschaft IG BCE forderte, den Bergbau im Saarland nicht vorschnell aufzugeben. "Wir wollen eine faire Chance", sagte ein Redner. Seit dem bislang schwersten Grubenbeben im Saarland vor mehr als einer Woche ist das Bergwerk Saar stillgelegt. Rund 5000 Beschäftigten der RAG bangen seither um ihre Arbeitsplätze.

Für einen Weiterbetrieb des Bergbaus im Saarland bestünden hohe Hürden, sagte der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) im Landtag in Saarbrücken. Nur wenn die RAG Deutsche Steinkohle "zweifelsfrei" nachweisen könne, dass künftige Beben im Kohlerevier rund um das ruhende Bergwerk Saar in Ensdorf ausgeschlossen werden könnten, sei eine erneute Genehmigung möglich. "Ein Bergbau, der zur Gefährdung von Leib und Leben der Menschen über Tage führt, ist nicht verantwortbar", sagte Müller.

Die Landesregierung sei sich bewusst, dass dies das Ende des Steinkohlebergbaus an der Saar bedeuten könne. Deswegen brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Verantwortlichen im Land, um die Folgen für die Saar-Wirtschaft bewältigen zu können. Den betroffenen Bergleuten und Beschäftigten der RAG solle mit einem "Solidarpakt Steinkohle" geholfen werden. Die RAG beschäftigt im Saarland rund 5000 Menschen, 3600 Mitarbeiter des Bergwerks Saar sind seit dem Beben freigestellt. Für sie und weitere Mitarbeiter hat das Unternehmen Kurzarbeit beantragt. (jvo/dpa)

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