Sahara-Entführung : Freiheit nach über 250 Tagen

Die österreichischen Sahara-Touristen sind wieder zurück in Wien. Die österreichische Regierung dementiert, Lösegeld gezahlt zu haben

Bamako/WienNach mehr als 250 Tagen Geiselhaft in der Sahara sind die beiden österreichischen Wüstenurlauber Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber freigelassen worden und in ihre Heimat zurückgekehrt. Dem Touristenpaar, das von islamistischen Terroristen des nordafrikanischen Al-Qaida-Flügels gefangen gehalten worden war, gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Österreichs Außenministerin Ursula Plassnik. Über die Umstände der Befreiung wurde zunächst nichts bekannt. Die Regierung in Wien dementierte, dass von Österreich Lösegeld an die Entführer gezahlt worden sei. Die Befreiung sei letztlich der "Beharrlichkeit und Diplomatie" zu verdanken, sagte Plassnik. Die Freilassung sei auf friedliche Weise mit Verhandlungen erreicht worden, ergänzte Verteidigungsminister Norbert Darabos. Es habe "keine Befreiungsaktion" gegeben.

Entführer verlangten ein millionenschweres Lösegeld

Die Außenministerin hatte die beiden Geiseln am Freitagabend in Bamako, der Hauptstadt Malis, in Empfang genommen. Ebner und Kloiber waren nach ihrer Freilassung in der nordmalischen Sahara-Wüste von der malischen Armee nach Bamako gebracht worden. Dort wurden sie dann vom malischen Präsidenten Amadou Toumani Toure, der in dem Fall vermittelt hatte, an Plassnik übergeben. Auf Bitte der beiden Freigelassenen fand die Ankunft auf dem Wiener Flughafen am Samstagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Es ist ihr ausdrücklicher Wunsch, sich nach den Strapazen der vergangenen Monate zunächst zu erholen und der entsprechenden medizinischen Betreuung unterziehen zu können", teilte die Regierung in Wien mit.

Ebner und Kloiber waren Mitte Februar in der südtunesischen Sahara von einem Al-Qaida-Kommando gekidnappt worden. Die beiden Österreicher waren ohne Führer mit einem Geländewagen in der Wüste unterwegs. Die Entführer verschleppten sie dann über die algerische Grenze bis nach Nordmali, wo sie an einem unbekannten Ort 252 Tage lang gefangen gehalten wurden. Die Geiselnehmer hatten ursprünglich die Freilassung von verurteilten Terroristen gefordert, die in nordafrikanischen Gefängnissen sitzen. Später sollen sie davon abgerückt sein und ein millionenschweres Lösegeld verlangt haben. ze

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