Politik : Sahara-Terrorist an Algerien ausgeliefert

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Algier/Madrid Der meistgesuchte Terrorist Nordafrikas, der Chef der Sahara-Entführer Amari Saifi alias „El Para“, sitzt in Algerien hinter Gittern. Gut 14 Monate nach dem Ende der dramatischen Geiselnahme von europäischen Wüstenurlaubern endete die lange Jagd auf den mutmaßlichen Kidnapper- Chef mit einem großen Erfolg für den Anti-Terror-Kampf. Im Februar 2003 waren 32 Sahara-Touristen, darunter 16 Deutsche, zehn Österreicher und vier Schweizer, verschleppt worden. Erst nach sechs Monaten kamen die letzten Geiseln frei, angeblich gegen ein Millionenlösegeld. Eine Deutsche starb in Gefangenschaft.

Bei der Festnahme „El Paras“ spielte der geläuterte frühere „Schurkenstaat“ Libyen, der auch schon bei der Lösung des Geiseldramas vermittelt hatte, wieder eine Schlüsselrolle. Das algerische Innenministerium teilte nun knapp mit: „Amari Saifi wurde in Libyen, in der Nähe der tschadisch-libyschen Grenze, festgenommen.“ Dann sei er an die algerischen Behörden, die eine Belohnung auf den Kopf des Islamisten-Anführers Saifi ausgesetzt hatten, ausgeliefert worden. Bereits im März 2003 war die Festsetzung Saifis von einer Rebellengruppe im Norden des Tschad gemeldet worden, die seitdem um die Auslieferung und die Zahlung eines Kopfgeldes verhandelte.

Algerien will „El Para“, der lange zweiter Mann der algerischen Terrorgruppe GSPC war, wegen Attentaten auf die Armee und wegen der Geiselnahme den Prozess machen. Ihn erwartet eine lebenslange Haftstrafe. Auch Deutschland hatte einen internationalen Haftbefehl gegen Saifi ausgestellt. Berlin bevorzugt jedoch dem Vernehmen nach, dass dem Entführer in Algerien der Prozess gemacht wird. Ralph Schulze

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