• Scharping in Wartestellung: Neue Flugpanne des Verteidigungsministers: Erst vergaß ihn die Luftwaffe, dann war sein Flieger falsch geparkt

Politik : Scharping in Wartestellung: Neue Flugpanne des Verteidigungsministers: Erst vergaß ihn die Luftwaffe, dann war sein Flieger falsch geparkt

Ute-Marion Schnurrer

Mit versteinerter Miene kam Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping am Sonntagabend in Porto nach den Irrungen und Wirrungen um seinen Abflug an. Am Sonntag hatte die Luftwaffe ihn auf dem Weg zum EU-Gipfel in Portugal am Flughafen Köln-Wahn vergessen und erst nach dem Abflug seine Abwesenheit bemerkt. Mit versteinerter Miene dürfte der Minister auch wieder abgeflogen sein. Zwar wurde diesmal Scharping nicht vergessen, doch das Flugzeug stand nicht bereit, hieß es am Montag in Gipfelkreisen.

Es war ganz offenbar einfach nicht Scharpings Tag. Er stand in Köln-Wahn und wollte nach Porto, doch sein Flugzeug war bereits in der Luft. Fehler der Flugbereitschaft, verlautete aus dem Umfeld des Ministers am Montag. Dann stand er am späten Sonntagabend in Porto und sein Flugzeug war wieder nicht da - diesmal allerdings nur falsch geparkt. Fehler des Flughafens, hieß es in Gipfelkreisen. Und so musste der Minister gleich zwei Mal auf verschiedenen Flughäfen warten.

Das Verteidigungsministerium spricht von einem "Planungsmissverständnis". Der Pilot der Maschine, die Scharping vom Flughafen Köln-Wahn abholen sollte, habe den Minister erst ab Berlin gemeinsam mit Außenminister Joschka Fischer (Grüne) auf seiner Liste gehabt, sagte ein Sprecher. "Der Pilot ist im besten Glauben abgeflogen, dass Scharping in Berlin steht."

Doch dem war ganz und gar nicht so. Scharping hatte seine Pläne kurzfristig geändert, doch irgendjemand hatte dann vergessen, die Wünsche des obersten Dienstherrn weiterzuleiten. Beim Gipfel in Feira hieß es, es sei erst den Passagieren aufgefallen, dass Scharping nicht an Bord war. "Wo ist eigentlich Rudolf?", soll es geheißen haben, wie der Tagesspiegel berichtet hatte. Davon will das Ministerium nichts wissen. Das Flugzeug sei angefunkt worden und habe dann sofort umgedreht.

"Im Sturzflug" sei man zurück nach Köln, erzählt einer. Den Piloten dürfte das Lachen danach erst einmal vergangen sein. Dem Minister wahrscheinlich auch. Bei seiner Ankunft in Portugal und bei der anschließenden Pressekonferenz verlor er dennoch kein Wort über den unangenehmen Vorgang. Im Umfeld des Ministers sah man es am Montag gelassen: "Sie sind doch nicht aus der Welt, wenn sie in der Luft sind."

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