Politik : Schering-Chef befürchtet Stellenabbau

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Berlin - Der Berliner Senat sieht keine Möglichkeit, sich aktiv in den Übernahmekampf um Schering einzuschalten. „Wir sind keine Verhandlungspartner und können auch keine Bedingungen stellen“, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Dienstag in Berlin nach einem Treffen mit Vertretern des Merck-Konzerns. Allerdings sieht er das Übernahmeangebot des Darmstädter Unternehmens mit Skepsis. „Sie werden Verständnis dafür haben, dass ich nicht „Hurra schreie“, sagte Wowereit. „Ich sorge mich um die Arbeitsplätze sowie den Verbleib der Firmenzentrale und wichtiger Vorstandsfunktionen.“ Er werde weiterhin im regelmäßigen Kontakt mit den Unternehmen stehen.

Unterdessen verhärten sich die Positionen zwischen Schering und den Herausforderern aus Darmstadt, die am Montag ein Übernahmeangebot für Schering vorgelegt hatten. Der Schering-Vorstandsvorsitzende Hubertus Erlen bekräftigte, dass Schering sich gegen die Übernahme wehren will. „Ich sehe aus dem Geschäft heraus keine Notwendigkeit, mit anderen zusammenzugehen.“ Erlen schloss nicht aus, dass Merck das genannte Einsparpotenzial von 500 Millionen Euro auch über den Abbau „einiger Tausend Stellen“ erreichen könnte. Den befürchtet auch der Betriebsrat. „Übernahmen gehen häufig zu Lasten des Unternehmens, das übernommen wird“, sagte Gesamtbetriebsratschef Norbert Deutschmann dem Tagesspiegel. Wenn die Konzernzentrale von Berlin abgezogen werde, „wird das den Druck auf Einsparungen erhöhen“, sagte er.

Vertreter des Merck-Konzerns versuchten, die Sorgen zu zerstreuen. „Wir wollen bauen, nicht abbauen“, sagte Merck-Vorstandschef Michael Römer in Berlin. Der Konzern schließt ein höheres Offerte als die gebotenen 77 Euro pro Schering-Aktie nicht aus. Merck werde aber auf keinen Fall so viel zahlen, dass die Übernahme nur mit einer Zerschlagung von Schering finanziert werden könne. Die Schering-Aktie gab Dienstag leicht auf 83,20 Euro nach. hop/pet

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