Politik : Schily würdigt Leistungen der Athleten bei den Paralympics

KLaus J. Schwehn

Die Bundesregierung will auch künftig trotz schmaler Kassen bei der Förderung des Behinderten-Leistungssports die gleichen Kriterien anlegen wie bei der Unterstützung des allgemeinen Leistungssports. Diese Zusicherung gab Bundesinnenminister Otto Schily am Freitag in Bonn in Anwesenheit von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch den Vertetern des Internationalen Paralymischen Komitees (IPC), das seinen Weltsitz von Brüssel nach Bonn verlegt hat. Schily, der auch Sportminister ist, unterstrich nachdrücklich, dass sportliche Betätigung Behinderter von besonderer Bedeutung für deren gesellschaftliche Integration sei. Deshalb verdiene sie - und dabei besonders die Nachwuchsförderung - nachhaltige Unterstützung des Staates.

Der Minister betonte, die Bundesregierung habe in diesem Jahr die finanzielle Unterstützung des Behinderten-Leistungssports von fünf Millionen Mark auf 5,8 Millionen Mark erhöht; die Förderung des Breitensports sei Aufgabe der Länder. Im Vorfeld der nächsten Paralympischen Spiele in Sydney im Anschluss an die Olympischen Spiele sollen alle 20 deutschen Olympiastützpunkte auch für die Behindertensportler geöffnet werden. Er würdigte die sportlichen Leistungen der deutschen Behindertensportler auf internationaler Bühne: Bei den letzten Paralympics sei die Vertretung der Bunderepublik mit 14 Gold-, 17 Silber- und 13 Bronzemedaillen zweitstärkstes Team gewesen. Der Deutsche Behinderten-Sportverband ist mit 300 000 Mitgliedern in mehr als 3200 Vereinen der weltgrößte Verband.

Samaranch nannte den Behindertensport eine besondere "Schule für das Leben"; er habe einen festen Platz in der olympischen Familie. Nach Auskunft von IPC-Präsident Robert D. Steadward werden an den Paralympics nächstes Jahr in Australien etwa 4000 Athleten aus 125 Staaten teilnehmen. Bonn hatte den Wettstreit um den Weltsitz des IPC gegen die Städte Madrid und Paris gewonnen. Der Bund gibt eine "Anschubfinanzierung" von 2,4 Millionen Mark, davon 1,2 Millionen Mark aus Ausgleichsmitteln nach dem Berlin/Bonn-Vertrag.

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