Politik : Schon wieder Foltervorwürfe von Häftlingen

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Kabul/Berlin In Afghanistan gibt es nach Angaben der US-Armee neue Vorwürfe wegen der Misshandlung von Gefangenen. Ein Sprecher der US-Streitkräfte sagte in Kabul, die Vorwürfe würden von Militär-Ermittlern untersucht, die sowohl für die Marine als auch für die Marineinfanterie zuständig seien. Mit Hinweis auf das laufende Verfahren wollte er keine Einzelheiten nennen. Zurzeit sind etwa 2000 US-Marineinfanteristen in Afghanistan im Kampfeinsatz.

Afghanistans Wiederaufbauminister Mohammad Farhang sprach sich gegen eine Verschiebung der Wahlen aus. Trotz der Unruhen werde die Regierung am Termin Ende September oder Anfang Oktober festhalten, sagte Farhang. „Die Sicherheitslage ist unterschiedlich, in manchen Gebieten ist es ruhig, in anderen gibt es Probleme. Das wird uns aber nicht daran hindern, an dem Plan festzuhalten, der auf dem Petersberg 2001 beschlossen wurde.“ Inzwischen seien mehr als fünf Millionen Wahlberechtigte verzeichnet, was „gute und positive Anzeichen“ seien. Farhang wies darauf hin, dass die für die Durchführung der Wahlen zugesagten internationalen Hilfsgelder in Höhe von 50 Millionen Dollar noch nicht vollständig eingetroffen seien. „Dadurch könnten erhebliche technische Probleme entstehen. Zugleich mahnte Farhang mehr Unterstützung durch die Nato an. „Wir brauchen 10 000 Sicherheitskräfte bis zum Ende der Wahlen, weil einige Teile des Landes sehr unsicher sind“, sagte er.

Die US-Armee hat vier Soldaten wegen Totschlags und Körperverletzung angeklagt. Die vier Männer sollen am 3. Januar zwei irakische Häftlinge wegen des Verstoßes gegen die Ausgangssperre von einer Brücke in den Tigris gestoßen haben. Einer der beiden starb.

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