Politik : Schwarz-Gelb baut Vorsprung vor Rot-Grün aus

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Für die Mai-Ausgabe des DeutschlandTrend im Auftrag von ARD/Bericht aus Berlin und Tagesspiegel wurden vom 29. April bis 1. Mai 1000 Bürger befragt.

Die Einschaltquoten könnten Spitzenwerte erreichen, denn dass erstmals vor einer Bundestagswahl zwei Fernsehduelle mit den Spitzenkandidaten von SPD und Union stattfinden, halten 58 Prozent der Bundesbürger für eher wichtig. Die SPD-Anhänger zeigen dabei noch mehr Vertrauen in die Medienkompetenz von Kanzler Schröder als die Konkurrenz. Von ihnen wünschen sich 63 Prozent das TV-Duell. Bei den Unionsanhängern sind es 60 Prozent. Und dass 64 Prozent (plus fünf) der Befragten meinen, Schröder gebe in der Öffentlichkeit die bessere Figur als Stoiber (24 Prozent, minus zwei) ab, unterstreicht die Fähigkeit des Bundeskanzlers zur Selbstdarstellung noch einmal. Eindeutig ist aber auch, dass die Menschen Programme Köpfen vorziehen: 84 Prozent der Befragten fordern von den Parteien, ihre inhaltlichen Aussagen und nicht ihre Spitzenkandidaten im Wahlkampf in den Vordergrund zu stellen.

Schröder kann seinen Vorsprung auf den Herausforderer Stoiber auch bei anderen Werten ausbauen. Würde der Kanzler direkt gewählt, käme der Amtsinhaber auf 50 Prozent (plus eins) der Stimmen, Stoiber auf 37 Prozent (minus eins). Einen Bonus für die Sonntagsfrage bringt das allerdings nicht. Wäre am Wochenende Bundestagswahl, hätten Union (41 Prozent, plus zwei) und FDP (elf Prozent, plus zwei) zusammen mit 52 Prozent eine komfortable Mehrheit. Die Sozialdemokraten verlieren hier zwei Prozent auf 32, ebenso wie die PDS, die mit fünf Prozent gerade mal in den Bundestag einziehen würde. Die Bündnisgrünen liegen unverändert bei sieben Prozent. 48 Prozent (plus drei) der Befragten sind der Auffassung, dass die nächste Bundesregierung von der CDU/CSU geführt werden solle, nur noch 43 Prozent (minus zwei) sehen die SPD in dieser Verantwortung.

Die Mehrheit der Deutschen hat Verständnis für die Forderungen der IG Metall, die ab Montag in Baden-Württemberg mit Streiks beginnt. 55 Prozent aller Befragten halten Einkommenserhöhungen von etwa vier Prozent für angemessen, bei den Arbeitern sind es sogar 58 Prozent. Ein Drittel hält die Vier vor dem Komma aber für zu hoch, elf Prozent halten sie für zu niedrig.

Nach dem Amoklauf eines 19-Jährigen in Erfurt mit 16 Opfern wird in der Politik der Ruf nach einer nochmaligen Verschärfung des Waffenrechts laut. Die Stimmung in der Bevölkerung ist eindeutig: 87 Prozent der Befragten sind für eine Verschärfung, elf Prozent dagegen. lha

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