Politik : Schweden will weg vom Öl – bis 2020

Sven Lemkemeyer

Berlin/Stockholm - Die schwedische Regierung hat ein ehrgeiziges Ziel: „Wir werden weltweit die Ersten sein, die unabhängig von fossilen Brennstoffen sind.“ Dies schreibt Energieministerin Mona Sahlin am Samstag in einem Beitrag für die Tageszeitung „Dagens Nyheter“. Nach den Plänen der sozialdemokratischen Minderheitsregierung in Stockholm, die von den Grünen und der Linkspartei toleriert wird, soll das Land bis zum Jahr 2020 nicht mehr auf Öl, Gas oder Kohle angewiesen sein. Die vergangenen Wochen hätten sehr deutlich gezeigt, welche Auswirkungen beispielsweise Naturkatastrophen wie in den USA auf die Ölproduktion und damit auf die Wirtschaft haben, schreibt Sahlin.

Bereits vom nächsten Jahr an sollen Hauseigentümern finanzielle Anreize gesetzt werden, um von Ölheizungen auf Systeme mit Erneuerbaren Energien umzusteigen. 250 000 der 3,8 Millionen schwedischen Haushalte sollen so gefördert werden. Auch der Umstieg von Elektroheizungen auf umweltfreundlichere Formen solle unterstützt werden. Zudem solle es sich „für den Einzelnen lohnen, ein umweltfreundliches Auto zu fahren“, schreibt Sahlin. Sie kündigte auch an, dass die Forschung im Bereich Erneuerbare Energien intensiviert werde. Außerdem habe Schweden hier die Chance, „international ein Vorbild und ein erfolgreicher Akteur auf dem Exportmarkt zu werden“, schreibt die Energieministerin. Auch hier versprach sie Förderprogramme.

Nach den Plänen Stockholms sollen in den kommenden Jahren Kraftwerke für Erneuerbare Energien (Bio und Wind) gebaut werden, die zehn Prozent mehr Strom herstellen, als sämtliche mit Öl, Gas und Kohle betriebenen Kraftwerke des Landes derzeit produzieren. Schweden zählt mit den anderen skandinavischen Länder zu den europäischen Staaten mit dem höchsten Energieverbrauch. Die Anteile am Verbrauch im Jahr 2003 in Prozent: Atomenergie (33,5), Öl (34,2), Wasserkraft (26,1), Kohle (4,7) und Erdgas (1,5).

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