Sicherheitsdienst in Sachsen : Video zeigt Jagd auf Flüchtlinge in Dresden

Eigentlich sollen die Wachmänner für die Sicherheit zuständig sein. Doch erneut haben Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes Flüchtlinge schikaniert. Diesmal in Dresden.

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Wachmänner einer Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden treten einen Asylbewerber. Die Sächsische Zeitung stellte das Video ins Netz.
Wachmänner einer Erstaufnahmeeinrichtung in Dresden treten einen Asylbewerber. Die Sächsische Zeitung stellte das Video ins Netz.Screenshot Youtube

Das Video zeigt, wie ein libanesischer Asylbewerber gejagt, getreten und geschlagen wird - und zwar vom Wachpersonal der Erstaufnahmeeinrichtung in der Hamburger Straße in Dresden. Ohne ersichtlichen Grund nehmen sie den Mann in den Schwitzkasten, treten ihn und drücken ihn zu Boden.

Die "Sächsische Zeitung" hat das Video veröffentlicht und erläutert die Hintergründe: Der Vorfall ereignete sich demnach in Oktober. Zuvor waren Vorwürfe bekannt geworden, die Security-Leute hätten unangemeldet die Zimmer der Flüchtlinge gestürmt, sie beleidigt und bedroht. Auf einem der nun veröffentlichten Videos sei zu hören, dass die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ein besonderes Interesse an den Handys der Flüchtlinge hatten. 

Erst vor Kurzem hatte der Tagesspiegel über ein Video berichtet, das ein hartes Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Flüchtlinge am Lageso in Berlin zeigt.

In der Unterkunft in Dresden leben derzeit 1400 Flüchtlinge. Der Sicherheitsdienst würde "sehr forsch auftreten", beschreibt ein Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes die Lage vor Ort. Auch die Polizei teilte mit, dass Hinweise eingegangen seien, "wonach das Verhältnis zwischen Sicherheitsdienst und Asylbewerbern in dem Heim angespannt ist." Fortan dürfen die Sicherheitsleute nicht mehr allein die Zimmer der Asylbewerber betreten.

"Ihre Wache GmbH" heißt die verantwortliche Sicherheitsfirma. Unternehmenschef Martin Linnemann schloss im Gespräch mit der "Sächsischen Zeitung" aus, dass seine Leute Flüchtlinge schlecht behandeln. Er gab aber zu, dass die Jagd auf den Asylbewerber nicht hätte passieren dürfen. Man habe sich von den betreffenden Sicherheitskräften getrennt, sie seien bei einem Subunternehmen angestellt gewesen. Der Jagd waren Linnemann zufolge Provokationen seitens der Flüchtlinge vorausgegangen. Einer der Wachleute sei mit einem Stein angegriffen und verletzt worden.

Derzeit laufen zwei Strafverfahren gegen die Wachmänner. Die für die Erstaufnahmeeinrichtungen zuständige Landesdirektion Sachsen teilte mit, ihr seien mehrere Vorfälle bekannt, „die auf ein Fehlverhalten von Security-Mitarbeitern schließen lassen“.

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