Sieben Experten berufen : Kommission für Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs vorgestellt

Eine Kommission wird die Fälle von Kindesmissbrauch untersuchen. Der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig hat dafür sieben Experten berufen.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, berief sieben Mitglieder in die Kommission.
Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, berief sieben Mitglieder in die Kommission.Foto: picture alliance / dpa

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat sieben Mitglieder für die neue Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch berufen. „Erst durch die konsequente Aufarbeitung der sexuellen Gewalt an Kindern werden wir die Systematik hinter diesen abscheulichen Verbrechen erkennen und mehr über die Täter, Verharmloser und freiwilligen und unfreiwilligen Unterstützer erfahren“, sagte Rörig am Dienstag in Berlin. Die unabhängige Kommission werde ihre Arbeit noch im Januar aufnehmen.

Vorsitzende ist die Frankfurter Sozialpädagogik-Professorin Sabine Andresen. Weitere Mitglieder sind die ehemalige Bundesfamilienministerin Christine Bergmann, der Rostocker Bildungshistoriker Jens Brachmann, der Hamburger Sexualforscher Peer Briken, die Honorarprofessorin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin, Barbara Kavemann, der Sozialpsychologe Heiner Keupp sowie die ehemalige Präsidentin des Frankfurter Oberlandesgerichts, Brigitte Tilmann.

Der Bundestags-Familienausschuss hatte im vergangenen Jahr grünes Licht für die Kommission gegeben. Sie soll Ausmaß und Folgen von Kindesmissbrauch in Deutschland untersuchen und wird beim Missbrauchsbeauftragten angesiedelt. Dort soll sie zunächst bis zum Ende von Rörigs Amtszeit März 2019 tätig sein.

Die Kommission will im Mai 2016 ihr Arbeitsprogramm für die kommenden drei Jahre vorstellen. Ein erster Zwischenbericht soll 2017 veröffentlicht werden, ein Abschlussbericht ist für März 2019 geplant. Für die Jahre 2016 bis 2018 steht ein Budget von je 1,4 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. (KNA)