Simbabwe : Mugabe-Anhänger besetzen Farmen

Das Regierungschaos in Simbabwe spitzt sich weiter zu. Die Oppositionen erklärt sich zum Sieger der Wahl, Präsident Robert Mugabe fordert eine neue Auszählung der Stimmen und jetzt besetzen seine Anhänger auch noch Farmen. Die Furcht vor gewaltsamen Auseinandersetzungen steigt.

Johannesburg/HarareIn Simbabwe wächst nach erneuten Farmbesetzungen durch Anhänger von Präsident Robert Mugabe die Furcht vor einer neuen Welle der Gewalt. Die Opposition wandte sich mit einem Hilferuf an die internationale Gemeinschaft und rief zum Druck auf die Regierung auf. Mugabe-Anhänger hatten nach Medienberichten drei Farmen und eine Touristenlodge in weißem Besitz besetzt. Der Direktor der Farmer-Union, Hendrik Olivier, erklärte der südafrikanischen Zeitung "Sunday Independent": "Die Polizei will nichts machen; die sagen, sie wissen nicht, wer die Kontrolle hat."

Aus Furcht vor Gewaltaktionen der Mugabe-Anhänger und angesichts der weiter unveröffentlichten Wahlergebnisse hatte Oppositionschef Morgan Tsvangirai am Samstag vor Gewalt gewarnt. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, vor allem aber an die Afrikanische Union (AU), jetzt einzuschreiten. Mit Blick auf Mugabes Zanu(PF)-Regierungspartei sagte er: "Die Zanu(PF) hat dem simbabwischen Volk den Krieg erklärt." Südafrikas Präsident Thabo Mbeki lehnte derweil eine internationale Intervention in Simbabwe ab.

Tsvangirai, Chef der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), sagte, er wolle endlich Ergebnisse der Präsidentenwahl vom vergangenen Samstag sehen. Dann werde er entscheiden, ob er an einer Stichwahl teilnehmen wird. "Bei einer Stichwahl wird Gewalt eine neue Waffe sein, um den Sieg des Volkes rückgängig zu machen", sagte er. Die MDC hat Tsvangirai nach eigener Zählung mit 50,3 Prozent der Stimmen bereits zum Wahlsieger erklärt. Die Regierungspartei fordert nach Angaben des südafrikanischen Rundfunks eine Neuauszählung der Ergebnisse. "Es ist illegal und unpraktisch, eine neue Auszählung zu verlangen", sagte Oppositionssprecher Nelson Chamisa. Die MDC hatte die Parlamentswahl gewonnen, bei der Senatswahl liegen Opposition und Regierung gleichauf. (tbe/dpa)

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