Politik : So oder so – Israel ist sich der Hilfe sicher

Martin Gehlen
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Kairo - Alles ist unsicher, nur eines ist sicher – die proisraelische Politik Washingtons wird sich auch mit dem Neuen im Weißen Haus nicht ändern. Bedrohung durch den Iran, auf der Stelle tretende Gespräche mit den Palästinensern, komplizierte Friedenskontakte mit Syrien, ein brodelnder Gazastreifen, immer gewalttätigere Siedler in der Westbank, Reisewarnungen für die arabischen Nachbarländer Jordanien und Ägypten, mit denen Friedensabkommen bestehen – die Liste der Unsicherheiten für Israel wird lang und länger. Und die Kraft ihrer Regierungen, Probleme zu lösen, geringer. So hielt Ex-Kadima-Chef Ehud Olmert mutige Friedensreden – nachdem er aus dem Amt geschieden war.

Sosehr die Israelis der Unterstützung beider Kandidaten vertrauen, sie sehen gewisse Unterschiede. Im Gegensatz zu McCain sei Obama überzeugt, dass „das Palästinaproblem der Kern der nahöstlichen Turbulenzen und des wachsenden antiwestlichen Terrorismus ist“, sagt der Politologe Joram Ettinger und erwartet „zusätzlichen“ Druck aus Washington für einen Friedensvertrag. Aber auch McCain habe mehr Spielräume in der Nahostpolitik als Vorgänger George W. Bush, weil er nicht mehr so stark von christlich-rechten Wählern abhängt, sagt Akiva Eldar, langjähriger Korrespondent der Zeitung „Haaretz“ in Washington.Im Hinblick auf den Iran bereitet die Bereitschaft Obamas zu „harten Gesprächen“ mit Teheran israelischen Diplomaten Sorge. Israel müsse darauf hinwirken, „das jeder Kontakt an die Bedingung geknüpft wird, dass Iran seine Urananreicherung beendet“, zitierte „Haaretz“ ein hohes Regierungsmitglied. Martin Gehlen

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