Somalia : Äthiopien bombardiert Flughafen von Mogadischu

Äthiopien hat im Kampf gegen islamistische Kämpfer in Somalia den Flughafen der Hauptstadt Mogadischu bombardiert. Die EU warnt bereits davor, dass sich der Konflikt "zu einem umfassenden Krieg" in der Region ausweite.

Mogadischu - Dabei sei ein Mensch ums Leben gekommen, sagte Flughafenchef Scheich Abdurahim Adan Wehelije. Die äthiopische Regierung unterstützt die schwache Übergangsregierung in Somalia und hatte am Vortag zugegeben, dass sie ihre Truppen gegen die islamistischen Kämpfer im Nachbarland einsetzt.

Somalia kommt seit dem Sturz von Diktator Siad Barre 1991 nicht zur Ruhe. Die 2004 eingesetzte Übergangsregierung in dem nordostafrikanischen Land ist weitgehend machtlos; die Milizen der Vereinigung der Islamischen Gerichte kontrollieren inzwischen weite Teile des Landes einschließlich Mogadischu. Das stark christlich geprägte Äthiopien unterstützt die international anerkannte Übergangsregierung.

EU fordert Einstellung der Luftangriffe

Die Europäische Union hatte bereits am Sonntag ein sofortiges Ende der Kämpfe in Somalia gefordert. Der Konflikt entwickle sich zu einem umfassenden Krieg, erklärte der für Entwicklung und humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Louis Michel in Brüssel. "Zutiefst besorgt" zeigte sich Michel über die Verwicklung der äthiopischen Armee in die jüngsten Kämpfe. Äthiopien müsse seine militärischen Interventionen in dem Nachbarland sofort einstellen, um nicht noch weitere Gewalt zu provozieren. Die Islamisten und die Übergangsregierung in Somalia forderte der EU-Kommissar auf, die Waffen ruhen zu lassen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Michel hatte erst am Mittwoch zwischen den gegnerischen Seiten in Somalia zu vermitteln versucht.

Äthiopien hatte erstmals am Sonntag seine direkte Beteiligung an den Kämpfen in Somalia zugegeben. "Die Umstände" hätten sein Land zum Einschreiten gezwungen, um den Krieg im Nachbarland zu beenden, sagte Regierungschef Meles Zenawi im Fernsehen. Äthiopien wolle Somalia keine Regierung aufzwingen und sich auch nicht in die internen Angelegenheiten des Landes einmischen. Doch sei der Einsatz gegen die dortigen "friedensfeindlichen Kräfte vollkommen rechtmäßig und angemessen" gewesen. Informationsminister Berahne Hailu sprach von einem "Gegenangriff". (tso/AFP)

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