Politik : SPD auch nach dem Parteitag im Umfragetief

Union weiter fast doppelt so stark / Bürger erwarten von der Opposition aber Kompromissbereitschaft bei Reformen

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POLITBAROMETER

Für das Politbarometer im Auftrag von ZDF und Tagesspiegel hat die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom 24. bis 27. November 1274 Bürger befragt.

Die Sozialdemokraten kommen auch nach dem Bochumer Parteitag nicht aus ihrem Umfragetief heraus. Die SPD liegt Ende November bei 26 Prozent und hat ihr Ergebnis seit Mitte November nur um einen Prozentpunkt verbessert. Die Union hingegen bleibt in der politischen Stimmung fast doppelt so stark wie die SPD: Die CDU/CSU steht aktuell bei 51 Prozent und hat einen Punkt eingebüßt. Die Grünen verlieren in gleicher Höhe und erreichen zehn Prozent, die FDP liegt unverändert bei fünf, die PDS bei vier Prozent.

Wäre am Sonntag tatsächlich Bundestagswahl, käme die CDU/CSU auf 48 Prozent, die SPD würde 29 Prozent erreichen, die Grünen könnten wieder mit zehn Prozent rechnen, die FDP mit fünf Prozent und die PDS mit vier Prozent. Gemeinsam mit der FDP hätte die CDU/CSU die klare Mehrheit der Parlamentssitze. Und wenn die PDS nicht mindestens drei Direktmandate erreichen würde, könnte die Union sogar alleine regieren.

Vor ihrem Parteitag erweckt die CDU indes bei 52 Prozent aller Wahlberechtigten einen zerstrittenen Eindruck, während 64 Prozent der Deutschen die CSU als „eher geschlossen" beschreiben. Die Entscheidung, Martin Hohmann aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auszuschließen, finden 48 Prozent der Deutschen richtig, eine relative Mehrheit von 46 Prozent der Unionsanhängerschaft hält das Vorgehen aber für falsch.

Immer mehr Bürger erwarten unterdessen von der Opposition Kompromissbereitschaft bei den Reformplänen der Regierung: Nach 49 Prozent Ende Oktober sind jetzt 62 Prozent aller Befragten sowie 54 Prozent der Unionsanhänger der Meinung, die CDU/CSU solle im Bundesrat den Vorhaben zustimmen. Bei den Grünen zeigt der Trend in Sachen Außenwirkung vor ihrem Parteitag nach oben: Zwar überwiegen für 47 Prozent der Befragten weiterhin die Misstöne beim kleinen Koalitionspartner, doch lag dieser Wert noch im Mai bei über50 Prozent. Tsp

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