Politik : SPD wünscht sich Renate Schmidt als Bundespräsidentin Vize-Parteichefin soll 2004

mit PDS-Stimmen gewählt werden

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Berlin. Die SPD ist offenbar entschlossen, die stellvertretende Parteichefin Renate Schmidt zur ersten Bundespräsidentin zu machen. Die Wahl der 58-jährigen Politikerin aus Bayern zur Nachfolgerin von Johannes Rau (SPD) im Mai 2004 sei „so gut wie sicher“, hieß es am Dienstag aus dem SPD-Bundesvorstand. Die Partei scheint bereit, Schmidt in der Bundesversammlung mit den Stimmen der PDS wählen zu lassen. Regierungssprecher Bela Anda dementierte dies allerdings.

In der Bundesversammlung mit ihren 1206 Mitgliedern, die alle fünf Jahre zur Wahl des Staatsoberhaupts zusammentritt, hat Rot-Grün nach SPD-Rechnungen 30 Stimmen zu wenig. Union, FDP und Schill-Partei fehlen dagegen acht Stimmen für eine eigene Mehrheit. Falls die Union tatsächlich die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) nominiere, würden sich die 33 von der PDS entsandten Bundesversammlungs-Mitglieder für Schmidt und gegen die CDU-Politikerin entscheiden, heißt es aus der SPD.

Nach einem Bericht des „Stern“ halten es führende Sozialdemokraten für ausgeschlossen, dass der amtierende Bundespräsident Rau eine zweite Amtszeit anstrebt. Rau hat sich dazu noch nicht geäußert. Dem Magazin zufolge stellt Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) eigene Ambitionen auf das Amt zurück, weil nach seiner Ansicht die Zeit reif ist für eine Frau an der Staatsspitze.

Bundeskanzler Schröder unterstützt nach Informationen aus dem SPD-Vorstand Schmidts Bewerbung. Angeblich schätzt Schröder die Loyalität der Nürnbergerin, die schon unter Scharping und Lafontaine Parteivize war. Renate Schmidt selbst hat in den vergangenen Monaten im kleinen Kreis keinen Hehl daraus gemacht, dass sie das Amt der Bundespräsidentin gerne übernehmen würde. M. Feldenkirchen / H. Monath

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