Politik : Starke Worte und schwache Argumente der Apotheker (Kommentar)

aho

Jetzt wollen sie also klagen. Diesmal sind es die Apotheker, die die Muskeln spielen lassen wollen und mit einer Verfassungsklage drohen. Sie malen den ganz großen Schrecken an die Wand: die Zerschlagung des Systems und schlechtere Leistungen in den Krankenhäusern und bei den Ärzten. Ja selbst von sozialistischer Planwirtschaft ist die Rede, wenn die Reform der Ministerin erst einmal da ist! Starke Worte für ein Vorhaben, das an sich und genau betrachtet, wenig spektakulär ist. Die Reform im Gesundheitswesen will die steigenden Kosten im Gesundheitswesen begrenzen. Da aber wollen sich die Ärzte an einer Antwort vorbeimogeln. Sie verlangen mehr Geld, sagen aber nicht, wer es denn bezahlen soll. Dabei dürfte in der Gesundheitsbranche tatsächlich einiges zu sparen sein - wenn etwa im Großraum München mehr Computertomographen stehen als in ganz Italien, und wenn auch Ärzte zugeben, dass viele Röntgenuntersuchungen überflüssig sind. Die starken Worte muss die Gesundheitsministerin nicht allzu ernst nehmen. Sie sind Ausdruck des Verteilungskampfes in der Medizinbranche - um einen Kuchen, der kaum grösser wird. Sollen sie also Klagen, die Apotheker.

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