Politik : Stiftung sieht keine Gefahr

Verhandlungen über Versicherungs-Entschädigung gehen weiter

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Berlin (Ch.B./vs). Die Zwangsarbeiter-Stiftung sieht die Verhandlungen über eine Entschädigung für nicht ausgezahlte Versicherungen in der NS-Zeit nicht als gefährdet an. „Von einer Krise kann überhaupt keine Rede sein", sagte Hans-Otto Bräutigam, Vorstandsmitglied der Stiftung, dem Tagesspiegel. Bräutigam, der mit den Versicherungen und jüdischen Organisationen verhandelt, wies damit eine Darstellung des „Spiegel“ als falsch zurück. Das Magazin hatte berichtet, die Verhandlungen drohten zu scheitern.

Er habe keineswegs daran gedacht, „alles hinzuschmeißen“, betonte Bräutigam am Sonntag. Das Problem der Entschädigung für die Versicherungspolicen werde „in absehbarer Zeit“ gelöst werden. Mit den Versicherungen seien zwar Gespräche geführt worden, „aber wie immer nur, um die nächste Verhandlungsrunde mit der Eagleburger-Kommission vorzubereiten“. Der frühere US-Außenminister Lawrence Eagleburger leitet eine Kommission, die sich mit den Ansprüchen von NS-Opfern gegen Versicherungen beschäftigt. „Ich habe das Gefühl, dass die Kritik an Eagleburger bewusst geschürt wird“, sagte Bräutigam.

Richtig sei aber, dass darüber gestritten werde, wer die Verwaltungskosten der Kommission tragen soll. Bisher verzeichnet das Gremium Ausgaben in Höhe von 90 Millionen Dollar. Die Versicherungsunternehmen wollen die Verwaltungskosten von der Summe abziehen, die für den finanziellen Ausgleich der NS-Opfer vorgesehen ist.

Eagleburger selbst geriet in die Kritik, weil er ein Jahresgehalt von 360 000 Dollar erhält. Der Ex-Minister vergab einem internen Revisionsbericht zufolge außerdem zweifelhafte Aufträge an eine Finanzberatungsgesellschaft, mit der er persönlich geschäftlich verbunden sei. Der Bericht bemängelt nach Angaben des „Spiegel“ auch Geheimnistuerei der Kommission in Finanzfragen.

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