Stippvisitie : Merkel zu Überraschungs-Besuch in Afghanistan

Bundeskanzlerin Merkel ist unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen zu einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingetroffen. Bei ihrem ersten Aufenthalt in Afghanistan will sie auch mit deutschen Soldaten und Aufbauhelfern sprechen.

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Kanzlerin Merkel und der afghanische Präsident Karsai -Foto: AFP

KabulIm Hauptquartier der Internationalen Schutztruppe Isaf informierte sich die Kanzlerin in Gesprächen mit dem Kommandeur Dan McNeill und dem UN-Sonderbeauftragten, dem Deutschen Tom Koenigs, über die Sicherheitslage und den Wiederaufbau.

Nach der Landung sagte Merkel, dass sie sich bei ihrem Besuch "aus erster Hand" unterrichten lassen wolle. "Wichtig ist für mich vor allem das Gespräch mit den deutschen Soldaten und den Aufbauhelfern." Aus ihrer Delegation hieß es, dass der Besuch insgesamt "ein Zeichen der Wertschätzung" gegenüber den in Afghanistan tätigen Deutschen, aber auch den Soldaten und Helfern aus anderen Nationen sei.

Treffen mit deutschen Soldaten

Aus Furcht vor Anschlägen war der Besuch bis zuletzt streng geheim gehalten worden. Merkel wird deshalb von einer äußerst kleinen Delegation begleitet. In Kabul bewegt sie sich nur mit Militärhubschrauber und gepanzerten Fahrzeugen. Im Hubschrauber trägt sie eine Splitterschutzweste. Sie will im Laufe des Tages mit deutschen Soldaten zusammentreffen. Noch am Abend ist die Rückkehr nach Berlin geplant.

Merkel stieg auf dem Flug von Berlin auf dem Luftwaffenstützpunkt Termes in Usbekistan von dem Regierungs-Airbus in eine Transall-Maschine der Bundeswehr um, die sie nach Kabul brachte. Sie war am Freitagabend in Berlin abgeflogen. Zuletzt hatte mit Gerhard Schröder im Herbst 2004 ein deutscher Regierungschef Afghanistan besucht.

Der Bundestag hatte erst Mitte Oktober das Mandat für die gut 3000 Soldaten starke deutsche Isaf-Truppe verlängert, deren Auftrag die militärische Absicherung des Wiederaufbaus Afghanistans ist. Die Grünen hatten eine Reise Merkels mehrmals gefordert. Sie war aus Sicherheitsgründen immer wieder verschoben worden. Zuletzt war erwartet worden, dass Merkel erst nach der Verlängerung des Bundeswehr-Mandats zur Teilnahme am weltweiten Anti-Terror-Kampf (Operation Enduring Freedom) nach Afghanistan fliegt. Dieser wird aber erst im Laufe des Monats erfolgen. (mit dpa)

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