Politik : Stöhnen für Clement

Esther Kogelboom

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Gestöhnt wird in diesem Reform-Herbst ziemlich viel. Deutschland muss und wird sich bewegen, sagen alle – und wenn sich so ein Riesending bewegt, seufzen und quietschen die Scharniere. Heute entscheidet der Bundestag auch darüber, ob Arbeitslosen- und Sozialhilfe künftig zu einem Arbeitslosengeld II zusammengelegt werden. Grundsätzlich soll dann jede Arbeit „zumutbar“ sein. Sogar Wolfgang Clement erklärt, im Notfall werde er gern wieder zum „Grillwalker“.

Unterdessen bekam die 32-jährige Arbeitslose Daniela Pielorz aus Hildesheim einen Vorgeschmack darauf, was die Regierung mit „Zumutbarkeit“ meint. Pielorz ergatterte vom Arbeitsamt ein Stellenangebot. Es handelte sich um einen Job, den man auch bequem von zu Hause, sogar nebenbei erledigen kann und bei dem man abends nicht nach altem Fett riecht. Luxus, in diesen Zeiten! „Als ich beim Auftraggeber angerufen habe, hat er gesagt, dass es sich um eine 0190er-Nummer handelt und ich am Telefon stöhnen sollte“, sagt Pielorz aufgebracht. Liebe Frau Pielorz, haben Sie sich doch nicht so. Schalten Sie einfach eine Standleitung in den Bundestag.

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