Politik : Streit um angemessene Entschädigung

Am Mittwoch beschäftigt sich das Bundeskabinett erstmals mit dem größten Arzneimittelskandal in der DDR. Rund 7000 Mütter hatten 1978/79 eine mit Gelbsucht-Erregern verseuchte "Anti-D-Immunprophylaxe" erhalten. Die Behandlung sollte bei Frauen, deren Blut Rhesus-negativ ist, Gesundheitsschäden durch eine Unverträglichkeit mit dem Blut ihrer Kinder verhindern. Etwa 2600 Frauen erkrankten in der Folge an Hepatitis C. In der DDR wurde der Vorfall totgeschwiegen. Seit der Wende kämpfen die Opfer um Entschädigung.

Derzeit bekommen die Opfer Leistungen nach dem Bundesseuchengesetz. Bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 30 Prozent sind es monatlich 191 Mark. Nach Ansicht des Bundesverbandes impfgeschädigter Frauen reicht das nicht aus, weil viele Betroffene mehrere Hundert Mark für Heilmittel bezahlen müssen. Geplant ist nun, ab einer Erwerbsminderung von 30 Prozent pro Monat eine Rente zwischen 500 und 2000 Mark an die Opfer zu zahlen. Als eine Art Schmerzensgeld sollen einmalig 15 Millionen Mark fließen. Die Frauen halten das für zu wenig. Auch in der SPD-Bundestagsfraktion formiert sich Widerstand.

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