Politik : Streit um Merkels Kandidaten

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Berlin Mit Personalfragen hat Angela Merkel in letzter Zeit wenig Glück – was im jüngsten Fall umso ärgerlicher ist, als für den fraglichen Posten einzig die Fraktionsvorsitzende selbst das Vorschlagsrecht hat. Doch um den künftigen Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion gibt es Gerangel. Merkels erster Kandidat Peter Hintze könnte dabei auf der Strecke bleiben.

Gegen Hintze opponiert – und mit dem jungen Vizegeschäftsführer Eckart von Klaeden als Alternative geliebäugelt – hat zuerst die Spitze der CSU-Landesgruppe im Wildbad Kreuth. Das müsste Hintze eigentlich nützen. Denn den „PGF“ wählt nur der CDU-Teil der Fraktion, und der hat bayerische Einmischungen ziemlich satt. Bremens Landeschef Bernd Neumann hat bei der CDU-Klausur in Kiel geätzt, die CDU halte ja auch still, wenn die CSU Peter Ramsauer zu ihrem Geschäftsführer wähle.

Doch mittlerweile formiert sich auch unter den CDU-Landesgruppen eine Fronde. Offen gegen Hintze hat sich bisher nur der Chef der Baden-Württemberger, Georg Brunnhuber, positioniert. Der sieht in Helmut Kohls früherem Generalsekretär ein „falsches Signal“ und fordert ein „Aufbruchsignal“ mit „neuen Leuten“. Wer sonst noch für wen ist – eher undurchsichtig. Der Sprecher aller Landesgruppenchefs, Dietrich Austermann, hat die Runde für Montagabend einberufen zwecks Diskussion des Falls. Eingeladen hat er dazu auch Merkel.

Die verschafft sich vorerst per Zeitplan Luft: Erst soll der Noch-Amtsinhaber Volker Kauder am 24. Januar zum neuen CDU-Generalsekretär gewählt, dann „zeitnah“ der Nachfolger gekürt werden. Das ist womöglich weder Hintze – zumal auch das öffentliche Echo auf den Namen von Kollegen als „etwas mau“ empfunden wurde – noch von Klaeden. Sondern ein lachender Dritter. bib

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