Studie : "Druck auf das dreigliedrige Schulsystem"

Der Trend zum zweigliedrigen Schulsystem mit Gymnasien und zusammengelegten Haupt- und Realschulen wird sich auch im Westen verstärken, heißt es in einer Prognose der Bertelsmann-Stiftung. Grund dafür ist demnach der demografische Wandel.

Gütersloh Einen drastischen Rückgang der Schülerzahlen in Deutschland prognostiziert die Bertelsmann-Stiftung. Aufgrund des demografischen Wandels werde die Zahl der Sechs- bis 18-Jährigen bis 2015 um knapp zwei Millionen auf künftig neun Millionen zurückgehen. Besonders gravierend sei der Schwund mit 27,4 Prozent bei den 16- bis 18-Jährigen. Der demografische Druck werde das Schulsystem stark verändern, sagt die Stiftung voraus. Es sei damit zu rechnen, dass sich mehr und mehr Länder vom dreigliedrigen System verabschieden.

Die Schülerprognose ist Teil des Bertelsmann-Informationssystems „Wegweiser Kommune“. Damit stelle die Stiftung jeder Kommune mit mehr als 5000 Einwohnern Planungsdaten bis zum Jahr 2015 zur Verfügung, hieß es. Die Rohdaten stammten von den Statistischen Landesämtern.

Der Trend zum zweigliedrigen Schulsystem mit Gymnasien und zusammengelegten Haupt- und Realschulen werde sich auch im Westen verstärken. So gehe in Baden-Württemberg die Zahl der Zehn- bis 15-Jährigen bis 2025 um mehr als 18 Prozent zurück, in einzelnen Landkreisen sogar um bis zu 29 Prozent. Gymnasien mit steigenden Schülerzahlen stünden dann auch in anderen Flächenländern Schularten gegenüber, deren Mindestgröße durch sinkende Schülerzahlen unterschritten werden dürfte.

Für Berlin wird erwartet, dass die Zahl der Zehn- bis 15-Jährigen stabil bleibt, die der 16- bis 18-Jährigen aber um 26 Prozent sinkt. Große Einbrüche werden vor allem für Ostdeutschland prognostiziert: Der Anteil der 16- bis 18-Jährigen werde sich etwa im Land Brandenburg um 41,8 Prozent verringern. Obwohl die neuen Länder traditionell ein zweigliedriges System haben, gilt auch für sie ein Appell der Stiftung: Die Länder sollten frei werdende Mittel auch für eine individuellere Förderung der Schüler nutzen. -ry

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