Politik : Studie: Nur beim Geldverteilen ist Deutschland vorne dabei

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Berlin - Während ihrer EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 will sich die Bundesregierung um den sozialen Zusammenhalt in Europa kümmern. Doch gerade Deutschland hat im Vergleich zu anderen EU-Ländern hohen Nachholbedarf, was Durchlässigkeit, Aufstiegschancen oder soziale Gerechtigkeit angeht. Zu diesem Schluss kommt die Studie „Wie sozial ist Europa?“ des Berliner Think Tanks Berlinpolis. In der Untersuchung der Politikfelder Arbeit, Bildung, Geschlechtergleichstellung und Generationenverhältnis nach 35 Indikatoren kommt Deutschland auf Platz 21 von 24.

Lediglich bei den Kriterien Einkommensverteilung und soziale Sicherung erreicht Deutschland mit dem neunten Rang einen der ersten Plätze. Bei wichtigen anderen Parametern schneidet die Bundesrepublik dagegen schlecht ab.

Vor allem die Lage auf dem Arbeitsmarkt drückt die Noten. Mit einer Arbeitslosenquote von 9,5 Prozent liegt Deutschland EU-weit auf Platz 21, bei der Arbeitslosenquote gering Gebildeter (20,1 Prozent) gar auf Platz 22. Unverhältnismäßig viele Kinder im Alter von weniger als 17 Jahren leben in Arbeitslosenhaushalten (Platz 18). „Wir subventionieren Arbeitslosigkeit“, klagt Berlinpolis-Chef Daniel Dettling. Stattdessen müsse der Staat viel mehr in die Bildung von Menschen investieren.

Bei Bildungs- und Ausbildungschancen erreicht Deutschland Platz 18, bei der Geschlechtergleichstellung und dem Generationenverhältnis gar nur Platz 23. Verantwortlich dafür sind schlechte Bildung von Migrantenkindern, Benachteilung von Frauen und von Familien, geringe Fruchtbarkeit, die ungünstige Altersstruktur und der hohe Schuldenstand. hmt

www.berlinpolis.de

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