Politik : Südafrikanische Anwälte wollen ihn in Äthiopien wegen Völkermords vor Gericht stellen

Südafrikanische Rechtsanwälte haben am Dienstag an die Regierung von Präsident Thabo Mbeki appelliert, den früheren äthiopischen Diktator Mengistu Haile Mariam an Äthiopien auszuliefern. Mengistu, der seit seiner Flucht aus Addis Abeba im Mai 1991 im Exil in Harare (Simbabwe) lebt, hält sich derzeit angeblich zur ärztlichen Behandlung in Südafrika auf.

Der Verband der südafrikanischen Strafverteidiger, dem 1700 Anwälte angehören, appellierte an die Regierung, ihren internationalen Rechtsverpflichtungen und den Menschenrechtsartikeln in der südafrikanischen Verfassung nachzukommen und den 62-jährigen Ex-Diktator auszuliefern, damit er sich in Addis Abeba wegen Völkermords und Menschenrechtsverletzungen verantwortet. Obwohl kein Auslieferungsabkommen zwischen Südafrika und Äthiopien bestehe, könne Mengistu ausgeliefert werden und sich nicht auf seine Immunität als ehemaliges Staatsoberhaupt berufen. Mengistu wird vorgeworfen, dass in seiner 17-jährigen Schreckensherrschaft schätzungsweise 200 000 Menschen ermordet wurden. Am Montag hatte amnesty international die südafrikanische Regierung aufgefordert, "nicht die Gelegenheit verstreichen zu lassen, dass Gerechtigkeit geübt wird".

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