Politik : Syrien: Albright beeindruckt von designiertem Staatschef Bachar el Assad

US-Außenministerin Madeleine Albright hat sich nach einem zehnminütigen Treffen mit dem designierten syrischen Staatschef Bachar el Assad optimistisch über die Nahost-Friedensaussichten geäußert. "Ich bin sehr ermutigt von seinem Willen, den Weg seines Vaters fortzusetzen, der sich für den Frieden entschieden hatte", sagte die amerikanische Außenministerin, die zu den Trauerfeiern für Bachar el Assads Vater Hafis el Assad nach Damaskus gereist war, nach der Begegnung. Beide hätten verabredet, sich bald wiederzusehen.

Der 34-jährige Bachar el Assad, der als neuer Präsident vorgesehen ist, habe einen sehr entschlossenen Eindruck gemacht, fügte Albright hinzu. Bei dem Treffen sei es um Möglichkeiten gegangen, "die Friedensgespräche fortzusetzen".

Dreieinhalb Monate vor seinem Tod hatte der herzkranke syrische Präsident seinen amerikanischen Kollegen Bill Clinton in Genf getroffen, um den Verhandlungen mit Israel zum Durchbruch zu verhelfen. Das scheiterte an der Weigerung Israels, bei der Räumung der 1967 besetzten Golanhöhen auch das früher syrische Ufer des Sees Genezareth freizugeben. Der See ist Israels wichtigste Trinkwasserquelle. Assad habe aber gesagt, die Tür für eine Einigung bleibe offen, verlautete aus der Delegation Albrights auf dem Flug nach Damaskus.

In Bezug auf die Nachfolge von Hafis el Assad erklärte Albright, Syrien habe "ein System, das auf friedliche und geordnete Weise zu funktionieren scheint". In Syrien war Kritik daran laut geworden, dass Bachar el Assad seinen Vater an der Staatsspitze beerben soll. Die US-Außenministerin appellierte an Bachar, sein Land mehr zu öffnen. "Es ist sehr wichtig, dass sich Syrien der Welt öffnet", sagte sie.

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