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Syrien : Innenminister Friedrich warnt vor Militärschlag in Syrien

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat im Interview mit dem "Tagesspiegel" vor einer Militärintervention in Syrien gewarnt und europäische Solidarität im Umgang mit den Flüchtlingen aus Syrien gefordert.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU)
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU)Foto: Thilo Rückeis

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat eindringlich vor einem Militäreinsatz in Syrien gewarnt und eine europäische Flüchtlingskonferenz gefordert. "Ich kann nur davor warnen, sich auf eine militärische Operation einzulassen, ohne einen Plan zu haben, wie das Danach aussehen soll", sagte Friedrich dem Tagesspiegel. Er zeigte sich erstaunt, "wie eifrig sich die französischen Sozialisten in ein solches Abenteuer stürzen wollen".

Der Bürgerkrieg in Syrien sei Deutschland näher, als es den meisten Bürgern bewusst sei. "Syrien ist nicht weit weg, sondern unmittelbar vor unserer Haustür. Das hat zwangsläufig Auswirkungen auf Europa, sei es durch Flüchtlingsströme, sei es durch islamistische Kämpfer, die an diesem Bürgerkrieg beteiligt sind. Vor allem letztere machen mir Sorgen", sagte Friedrich. Derzeit gebe es hunderte Islamisten aus Europa, die in Syrien kämpften, davon mehr als 120 aus Deutschland. Die Gefahr, dass diese Personen radikalisiert und mit dem klaren Auftrag Anschläge zu verüben wieder nach Europa und nach Deutschland zurückkehrten sei groß. "Wir sprechen von einer zweistelligen Zahl, die wir genau beobachten", sagte Friedrich in Bezug auf die bereits nach Deutschland zurückgekehrten Islamisten.

Friedrich hat angesichts eines drohendes Militärschlages in Syrien auch vor einer Zunahme der Flüchtlingsströme gewarnt und europäische Solidarität eingefordert. "Jede kriegerische Aktivität kann die Flüchtlingszahl weiter erhöhen", sagte Friedrich dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Samstagausgabe). "Wir brauchen eine europäische Flüchtlings-Konferenz, um eine Antwort auf das Problem zu finden", forderte Friedrich. Jetzt sei europäische Solidarität gefragt.

Das gesamte Interview können Sie in unserer gedruckten Samstagausgabe lesen oder bereits ab heute Abend 20 Uhr im ePaper in unseren Apps.


 

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