Syrien : Rebellen erobern Kontrollposten der Assad-Armee

31.07.2012 00:00 Uhr
Syrische Rebellen nach der Einnahme des Kontrollpunkts Anada zwischen Aleppo und der türkischen Grenze. Foto: afp
Syrische Rebellen nach der Einnahme des Kontrollpunkts Anada zwischen Aleppo und der türkischen Grenze. - Foto: afp

Regierungstruppen und Aufständische kämpfen weiter verbittert um die syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo. Nach schweren Gefechten haben die Rebellen einen strategisch wichtigen Kontrollpunkt in ihre Gewalt gebracht.

Syrische Regierungstruppen haben eine neue Bodenoffensive auf die seit Tagen umkämpfte Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden des Landes gestartet. Staatsmedien berichteten von massiven Angriffen, doch Angaben von Aktivisten am Montag zufolge konnten die Rebellen ihre Stellungen halten.

UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos sagte am Sonntag, rund 200 000 Menschen seien in den vergangenen zwei Tagen aus der Millionenstadt in die umliegenden Gebiete geflüchtet. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte unterdessen das Ende der Herrschaft von Staatschef Baschar al Assad voraus.

Die Meldungen über die Lage in Aleppo zeichneten zunächst ein widersprüchliches Bild.

Staatlichen Medien zufolge wurde das umkämpfte Viertel Salaheddine, eine Hochburg der Rebellen, von Aufständischen „gesäubert“. Aktivisten in Aleppo erklärten hingegen, die Kämpfe dauerten an, Regierungstruppen seien bislang nicht in das Viertel eingedrungen. Panzer befänden sich im nahe gelegenen Bezirk Hamdanija, Salaheddine selbst sei aber weiterhin in Rebellenhand, sagte der Aktivist Mohammed Said. Die Aufständischen brachten zudem einen Kontrollposten in ihre Gewalt, der ihnen eine Nachschubroute aus der Türkei sichert. Der Posten fiel nach rund zehnstündigem Kampf am Morgen an die Aufständischen, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Der Posten Anadan liegt etwa fünf Kilometer nordwestlich von Aleppo und rund 45 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

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Amos warnte derweil unter Berufung auf das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und den Syrisch-Arabischen Roten Halbmond, es sei unklar, wie viele Menschen noch in Gegenden eingeschlossen seien, wo die Kämpfe anhielten. Die Flüchtlinge seien dringend auf Lebensmittel und Trinkwasser angewiesen, sagte die Nothilfebeauftragte.

Amos forderte die Konfliktparteien in Syrien auf, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Sie sei „äußerst besorgt über die Folgen von Beschuss und des Einsatzes von Panzern und anderer schwerer Waffen“ nicht nur für die Menschen in Aleppo, sondern auch in der Hauptstadt Damaskus und umliegenden Ortschaften, erklärte sie.

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