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Terror überschattet US-Vorwahlen : Trump und Clinton siegen in Arizona, aber nicht in Utah

Donald Trump und Hillary Clinton liegen im Kandidatenrennen vorn. Die Vorwahlen im Bundesstaat Arizona untermauern diesen Trend. Vor allem bei den Republikanern wird heftig gerechnet.

Weitere Favoritensiege gab es für Hillary Clinton und Donald Trump.
Weitere Favoritensiege gab es für Hillary Clinton und Donald Trump.Foto: REUTERS/David Becker/Nancy Wiechec/Files

Überschattet von den Terroranschlägen in Brüssel haben die Favoriten Hillary Clinton und Donald Trump wichtige Siege bei den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidaturen ihrer Parteien eingefahren. Trump und Clinton siegten im Bundesstaat Arizona jeweils mit deutlicher Mehrheit. Sie konnten sich von ihren parteiinternen Kontrahenten weiter absetzen. In Utah gewann Bernie Sanders wie erwartet die Vorwahl der Demokraten, allerdings überraschend deutlich.

Trump lag in Arizona nach Auszählung von etwa 60 Prozent der Stimmen mit 24 Prozentpunkten Vorsprung uneinholbar vor seinem schärfsten Widersacher, Senator Ted Cruz aus Texas. Damit streicht Trump alle 58 Delegierten der Republikaner in dem südwestlichen Bundesstaat ein. Arizona ist einer der Staaten, der vom von Trump propagierten Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko betroffen wäre.

Bei den Demokraten konnte sich die frühere Außenministerin und First Lady Clinton weiter von ihrem Widersacher Sanders absetzen. Clinton hatte nach mehr als zwei Dritteln der ausgezählten Stimmen in Arizona einen klaren Vorsprung von 23 Punkten und wird einen Großteil der Delegierten einheimsen. Sie führt im Gesamtrennen mit komfortablem Vorsprung.

Bei den Demokraten wurde am Dienstag noch in Idaho und Utah gewählt. Sanders, Senator von Vermont, setzte sich in Utah überraschend klar gegen Clinton durch, wie die Sender CNN und die Zeitung „Washington Post“ berichteten. Auch in Idaho galt Sanders schon vorher als Favorit.

Die Republikaner wählten ebenfalls im Mormonenstaat Utah. Dort siegte der erzkonservative Ted Cruz wie erwartet mit deutlichem Vorsprung. Das berichteten die Sender CNN und NBC am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit). Trump lag demnach sogar noch hinter John Kasich, dem dritten verbliebenen Bewerber bei den Republikanern. Da Cruz wahrscheinlich auf deutlich über 50 Prozent der Stimmen kommen wird, wird er alle 40 Delegierten in dem konservativen Mormomenstaat hinter sich bringen. Außerdem stand bei den Republikanern eine Abstimmung im Außengebiet Amerikanisch Samoa an. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Während sich Clinton die Delegiertenstimmen der Demokraten in Arizona trotz des klaren Sieges anteilig mit ihrem Kontrahenten Bernie Sanders teilen muss, heimst Donald Trump bei den Republikanern alle 58 zur Verfügung stehenden Delegierten ein. Dies ist ein wichtiger Schritt auf seinem Weg zur Kandidatur.

Führende Republikaner wollen Trump weiter verhindern

Trump verfügt derzeit über die Stimmen von etwa 740 Delegierten, für einen Sieg im ersten Wahlgang auf dem Parteitag im Juli in Cleveland braucht er 1237. Das bedeutet, dass er bei den ausstehenden Vorwahlen noch immer mehr als 50 Prozent der Delegierten gewinnen muss, um sein Ziel zu erreichen.

Teile der Parteiführung bei den Republikaner versuchen weiterhin, eine Nominierung Trumps zu verhindern. Dazu dürfte er aber auf keinen Fall die Schwelle von 1237 Delegierten überschreiten. Die Möglichkeit einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag ist am Dienstag ein klein wenig unwahrscheinlicher geworden.

Hillary Clinton wandte sich am Dienstagabend (Ortszeit) in Seattle (Bundesstaat Washington) an ihre Anhänger. „Amerika verfällt nicht in Panik“, sagte sie angesichts der Terroranschläge in Brüssel. „Wir bauen keine Mauern und wir wenden unseren Freunden nicht den Rücken zu“, betonte sie in Anspielung auf jüngste Äußerungen von Donald Trump.

Der hatte zuvor erklärt, die USA müssten überlegen, ihr Engagement in der Nato zurückzufahren. Er forderte erneut eine Lockerung der Gesetze, um umstrittene Verhörmethoden bis hin zur Folter zu ermöglichen. Clinton trat dem scharf entgegen. „Dies ist die Zeit, in der Amerika Führungsqualitäten zeigen muss, und nicht sich wegducken.“ (dpa)

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