Terrorgefahr : Der hohe Preis der Sicherheit

Die Anschläge vom 11. September 2001 haben im kollektiven Bewusstsein der USA tiefe Spuren hinterlassen: Das Gefühl der eigenen Verwundbarkeit ist seit den Anschlägen immens, das Bedürfnis nach Sicherheit ebenso.

Washington - Die Regierung lässt sich die Sicherheitsvorkehrungen einiges kosten: In den vergangenen fünf Jahren wurden Milliarden von Dollar in entsprechende Maßnahmen investiert. Verschärfte Sicherheitsbestimmungen gelten in vielen Bereichen: in Häfen, um Regierungsbäude und auf Flughäfen. Flugreisende werden mit modernstem Gerät kontrolliert, gründliche Durchsuchungen gehören zum Reisealltag.

Auch die Sicherheit in den Häfen hat die US-Regierung seit 2001 drastisch verschärft und Kooperationen mit mehr als 40 ausländischen Häfen begonnen. Auf diese Weise können Zollbeamte auch im Ausland Lieferungen kontrollieren, die für die USA bestimmt sind. Zudem enthüllte ein Bericht des US-Rechnungshofes vom Februar, dass die Regierung 3400 Chemieanlagen als sensible Orte eingestuft und Sicherheitsprogramme für sie entwickelt hat.

Starke Überwachung des Flugverkehrs

In Sicherheit wiegen können sich die Amerikaner dennoch nicht, sagen Experten. Es habe zwar einen großen Fortschritt bei der Sicherheit gegeben, sagt Michael O'Hanlon vom Brookings Institut, einem Think Tank in Washington. "Aber es gibt noch eine große Menge zu tun." Optimistische Experten sagen, dass die starke Überwachung des Flugverkehrs dazu geführt habe, dass es seit dem 11. September keine neuen Anschläge mehr in den USA gegeben hat. Allerdings habe sich dadurch das Anschlagsrisiko in anderen Bereichen erhöht. Die vereitelten Anschläge auf US-Maschinen von London aus haben der Sorge über einen Mangel an Flugsicherheit wieder neue Nahrung gegeben.

Peter Brookes von der Heritage Foundation in Washington betont, dass das Land weiter voll und ganz im Fadenkreuz der Terroristen stehe. Zudem habe der Kampf gegen die Ideologie von El Kaida keinerlei Fortschritt gemacht. Die "Washington Post" veröffentlichte eine Studie, die vor schnellen Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen warnt. Der Kampf gegen den Terror sei so umfassend und komplex, dass es schwierig sei zu sagen, ob er das Land wirklich sicherer gemacht habe. (tso/AFP)

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