Terrorismus : Al Qaida bekennt sich zu Anschlägen in Algier

Der algerische Ableger von Al Qaida ist offenbar verantwortlich für die blutigen Anschläge von Algier, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen. Die Terror-Organisation veröffentlichte im Internet Bilder, die die beiden angeblichen Selbstmordattentäter zeigen.

Dubai/AlgierBei den blutigsten Anschlägen in Algerien seit Jahren sind nach Angaben von Ärzten zwischen 60 und 70 Menschen getötet worden, darunter fünf UN-Mitarbeiter. Das algerische Innenministerium sprach am Abend offiziell von mindestens 26 Toten und 177 Verletzten. Unter den Toten sei auch ein dänischer UN-Mitarbeiter. Fünf Menschen wurden lebend aus den Trümmern der Büros des UN-Flüchtlingskommissariats und des UN-Entwicklungsprogramm geborgen.

Die Terrororganisation „Al Qaida im Islamischen Maghreb“ bekannte sich am Abend zu den Anschlägen. Im Internet veröffentlichte Al Qaida Fotos zweier Männern, die sich mit ihren Sprengstoff-beladenen Fahrzeugen in Algier in die Luft gesprengt hätten. Auch der algerische Innenminister Yazid Zerhouni machte die Organisation „Al Qaida im Islamischen Maghreb“ für die Anschläge verantwortlich.

Steinmeier: "Grausamen und feige Tat"

Augenzeugen berichteten, ein Selbstmordattentäter sei mit einem Lastwagen in ein UN-Gebäude im Stadtteil Hydra gerast. Nach UN-Angaben stürzte das Haus ein, in dem das Entwicklungsprogramm UNDP untergebracht war. Zudem wurden Büros des Flüchtlingshilfswerkes UNHCR schwer beschädigt. Fünf UN-Mitarbeiter seien vermutlich tot; mehr als ein Dutzend würden noch vermisst, sagte Marie Okabe, Sprecherin des UN-Generalsekretärs, in New York. Der zweite Attentäter jagte sich nahe der höchsten Gerichte Algeriens mit einem Auto in die Luft. Ein vorbeifahrender Bus, in dem Jura-Studenten saßen, wurde völlig zerstört.

Die Anschläge lösten weltweit Betroffenheit und Empörung aus. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Anschläge. "Mit Worten kann mein Schock, meine Empörung und mein Ärger über den Terroranschlag auf die UN-Mission in Algier heute kaum ausgedrückt werden“, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von "grausamen und feigen Taten“, die sich gegen die Bemühungen Algeriens um innere Aussöhnung richteten. US-Präsident George W. Bush erklärte, der Angriff auf das UN-Büro sei "durch Feinde der Menschheit“ verübt worden. (jvo/AFP)

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