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Terrorverdacht : Weiteres Mitglied der Düsseldorfer Zelle festgenommen

Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen lobt der Bundesinnenminister die Sicherheitsbehörden. Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung soll Friedrich zufolge aber nicht bestanden haben.

Polizisten vor dem Eingang eines Studentenwohnheims im Uni-Center in Bochum. Hier wurde kurz zuvor der Terrorverdächtige festgenommen.
Polizisten vor dem Eingang eines Studentenwohnheims im Uni-Center in Bochum. Hier wurde kurz zuvor der Terrorverdächtige...Foto: dpa

Ein halbes Jahr nach Aufdeckung der Düsseldorfer Al-Qaida-Zelle haben die Sicherheitsbehörden einen weiteren Terrorverdächtigen gefasst. Wie die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte, haben das Bundeskriminalamt und die Sondereinheit GSG 9 am Mittag in Bochum einen 27-jährigen Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft festgenommen. Sein Name wird mit Halil S. angegeben. Er werde dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes vorgeführt, der ihm den Haftbefehle eröffnen werde. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich lobte die Sicherheitsbehörden.

Der Mann sei dringend verdächtig, sich als Mitglied der so genannten Düsseldorfer Zelle an Anschlagsplänen der „ausländischen terroristischen Vereinigung“ Al-Qaida beteiligt zu haben. Er soll die Anschlagspläne der Düsseldorfer Zelle auch nach den ersten Festnahmen im April weiterverfolgt haben. Außerdem wird ihm Urkundenfälschung und Betrug vorgeworfen. In diesem Zusammenhang wurde in Kiel ein weiterer Mann festgenommen, der aber keine Verbindung zu den Terrorplänen haben soll.

Hausdurchsuchungen in drei Bundesländern

Friedrich sagte: "Ich freue mich, dass das Bundeskriminalamt und unsere Sicherheitsbehörden einmal mehr gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, solche Anschläge rechtzeitig zu verhindern". Der Fall zeige jedoch auch, dass Deutschland und Europa weiterhin im Fadenkreuz des islamistischen Terrors stünden. Für die Bevölkerung habe keine konkrete Gefährdung bestanden, sagte der CSU-Politiker in Wiesbaden.

Die Bundesanwaltschaft teilte weiter mit, in ihrem und im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kiel seien in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg insgesamt 16 Wohnungen und zwei Geschäftslokale durchsucht worden. Darunter befanden sich den Angaben zufolge die Wohnungen fünf weiterer Tatverdächtiger aus dem Umfeld des Beschuldigten. Insgesamt waren etwa 150 Polizisten an dem Einsatz beteiligt, darunter Polizeikräfte aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Ende April waren in Bochum drei Männer der Düsseldorfer Zelle festgenommen worden. Halil S. soll nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft "spätestens im April 2011" für die Vorhaben von dem Marokkaner Abdeladim El-K. rekrutiert worden sein. Mit El.-K waren Ende April der Deutsch-Iraner Amid C. und der Deutsch-Marokkaner Jamil S. festgenommen worden.

Betrügerische Ebay-Geschäfte

Halil S. soll vor allem für die "finanzielle und logistische Absicherung" des geplanten Attentats verantwortlich gewesen sein. "So soll er bis Mitte April 2011 die Namen und Kontaktdaten von 45 Personen für Betrugstaten zur Finanzierung der Al-Qaida-Zelle besorgt haben", hieß es in der Mitteilung aus Karlsruhe weiter.

Er soll unter anderem über das Internet-Aktionshaus Ebay gemeinsam mit anderen Personen Betrugstaten begangen haben. Sie sollen sich illegal die Daten anderer Ebay-Kunden besorgt haben und in deren Namen etwa Spiegelreflex-Kameras im Wert von 25.000 Euro gegen Vorkasse angeboten haben. Die anderen mutmaßlichen Betrüger sollen von den Terrorplänen nichts gewusst haben. Einer von ihnen wurde am Donnerstag in Kiel festgenommen, wie die Bundesanwaltschaft weiter mitteilte. (dapd)

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