Politik : Terrorwarnung: Höchster Alarm für US-Truppen in Nahost

Robert von Rimscha

Die USA haben ihre Truppen in mehreren arabischen Staaten in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Als Grund gab das Pentagon am Dienstag an, es lägen "spezifische und glaubwürdige" Informationen über einen geplanten Terroranschlag vor. Eine Gruppe, die mit dem aus Saudi Arabien stammenden Terroristenführer Osama bin Laden in Verbindung gebracht wird, plane einen Anschlag. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, sei ein Militärschlag zur Vereitelung eines Überfalls nicht auszuschließen.

Zuvor waren in der Nacht von Montag auf Dienstag US-Truppen in den beiden kleinen Golf-Staaten Katar und Bahrain in die höchste Form der Alarmbereitschaft versetzt worden. Entgegen anderslautenden Berichten waren die 1200 US-Soldaten in Incirlik in der Südost-Türkei, von wo aus die Flugverbotszonen über Irak kontrolliert werden, aber offenbar nicht betroffen.

Für US-Truppen in Katar und Bahrain gilt seit Dienstag "Alarmstufe Delta". Nach dem Anschlag auf den Zerstörer "USS Cole" im Hafen von Aden am 12. Oktober haben mehrere hundert FBI-Ermittler in Jemen indes Wohnungen durchsucht, die von mutmaßlichen Terroristen gemietet wurden. Dabei wurden Sprengstoffspuren gefunden, die mit den Resten der an der "Cole" gefundenen Explosivstoffe übereinstimmen. Für den "Cole"-Anschlag, bei dem 17 Angehörige der US-Marine getötet wurden, wird in den USA eine der bin-Laden-Gruppen verantwortlich gemacht.

Die Alarmstufe "Delta", die höchstmögliche, wird üblicherweise verwendet, wenn ein feindlicher Angriff unmittelbar bevorsteht. Alle Fahrzeuge, die einen US-Stützpunkt anfahren, werden gestoppt und untersucht, angrenzende Straßen geschlossen. Für Militärangehörige gilt eine Ausgangssperre. Koffer, Post und alle Lieferungen werden scharf kontroliert. In Bahrain befindet sich das Hauptquartier für die Marine innerhalb des "US Central Command", das die US-Militäroperationen im Nahen Osten leitet. In Katar ist vor allem US-Luftwaffe stationiert.

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