Politik : Tot – wegen einer Schraube

Struck: Am abgestürzten Helikopter waren Teile falsch eingebaut

S. Lemkemeyer/R. von Rimscha

Berlin. Ein Fehler der zuständigen Mechaniker hat offenbar das bisher schwerste Unglück bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr verursacht. „Eine oder mehrere Schrauben am Getriebe“ des in Afghanistan abgestürzten Hubschraubers CH-53 seien nach dessen Transport nach Kabul nicht ordnungsgemäß angebracht worden, sagte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) am Mittwoch in Berlin. Sieben Soldaten starben bei dem Absturz am 21. Dezember 2002.

Offiziell handelt es sich bei den Erkenntnissen um die Ergebnisse eines Zwischenberichts zur Untersuchung des Unglücks. Erst nach dem Schlussbericht könne endgültig von menschlichem Versagen gesprochen werden, hieß es. Die Bundeswehr verfügt noch über 98 dieser Transporthubschrauber, die seit 1972 in Betrieb sind.

Jürgen Meinberg vom Bundeswehrverband, Ex-Flugsicherheitsoffizier und selbst 22 Jahre CH-53-Pilot, sagte dem Tagesspiegel, in Kabul arbeite „hochqualifiziertes Wartungspersonal, aber eben unter extremen Bedingungen in provisorischen Hallen“. Als problematisch bezeichnete er, dass so ein Fehleinbau überhaupt möglich sei. „Dies ließe sich durch unterschiedliche Größen oder farbliche Kennzeichnung leicht verhindern.“

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