Politik : ÜBER DAS EIGENE SCHICKSAL LACHEN

Der junge Mann in Blau hockt auf einem umgestürzten Strommast an der Provincial Road in den Trümmern, die früher einmal der Ort Asgad an der Küste von Ost-Samar waren. „Foto gefällig?“ fragt er. Dann grinst er und hüpft in den Sand. „Warten Sie, warten Sie!“ In Windeseile greift der Junge sich einen großen Stock, wirft sich in den Schutt, drückt das Holz an die Kehle und schreit „Hilfe, Hilfe, Yolanda.“ Er schüttelt sich vor Lachen. Dann springt er wieder auf. Doch offenbar ist er noch nicht fertig. „Warten Sie, warten Sie!“, ruft er wieder. Dann reißt er einen kaputten Korbstuhl in die Höhe und lässt sich rücklings unter den Stuhl fallen. „Ich sterbe, ich sterbe“, ruft er und fuchtelt mit den Armen. Das weckt Interesse. Auf einmal laufen von überall Kinder und Erwachsene aus dem Dorf zusammen – und es bricht allgemeines Gelächter aus. Das mag vielleicht komisch erscheinen, doch das kommt hier öfter vor. Nicht nur in Asgad machen sie sarkastische Witze über ihr Schicksal nach dem Supertaifun. Auch im Dorf Garawon, ein paar Kilometer nördlich, wo von den 74 Häusern meist nur noch Reste aus dem Sand ragen, toben drei Jungs über die Trümmer und rufen lauthals: „Wir sind jetzt eine Touristenattraktion! Wir haben keine Häuser mehr.“

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