Unicef : Frischer Wind für Kinderhilfswerk

Das Kinderhilfwerk Unicef in Deutschland hat einen neuen Geschäftsführer. Für eine Übergangszeit soll der frühere nordrhein-westfälische Staatssekretär Wolfgang Riotte die Geschäfte leiten. Unterstützen soll ihn ein Team ehrenamtlicher Berater.

Wolfgang Riotte
Wolfgang Riotte (2. v.l.): Er soll die Geschäfte leiten.dpa

KölnDie von einem Spendenskandal gebeutelte deutsche Abteilung des Kinderhilfswerks Unicef hat einen neuen Geschäftsführer. Der frühere Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Innenministerium, Wolfgang Riotte, werde das Amt für eine Übergangszeit von voraussichtlich fünf Monaten übernehmen, teilte Unicef Deutschland mit. Der 69-jährige soll mit dem neuen Vorstand die beschlossene Satzungsreform und die Überarbeitung der Geschäftsabläufe in Angriff nehmen, erklärte der Unicef-Vorsitzende Jürgen Heraeus.

Riotte soll die Kölner Unicef-Zentrale so lange leiten, bis ein langfristiger Geschäftsführer gefunden ist. "Wir wollen Unicef so aufstellen, dass alle Spender und Partner so schnell wie möglich wieder mit vollem Vertrauen unsere wichtige Arbeit für Kinder in 150 Ländern der Erde unterstützen", sagte Riotte. Unterstützung erhält Riotte dabei von führenden Beratungsunternehmen, die als "Team Unicef" den Reformprozess bei dem in die Kritik geratenen Kinderhilfswerk begleiten wollen.

Externe Berater sollen Kinderhilfswerk ohne Honorar reformieren

Das "Team Unicef" will das Kinderhilfswerk nach dessen Angaben ohne Honorar dabei unterstützen, Strukturen und Managementprozesse sowie deren Kontrolle und die Transparenz zu verbessern. In dem Team mitarbeiten werden demnach Experten von Roland Berger Strategy Consultants, der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young, Egon Zehnder International, der Kommunikationsberatung Pleon sowie der Kanzlei Waldeck Rechtsanwälte und der Kanzlei Flick Gocke Schaumburg.

Unicef Deutschland war nach Verschwendungsvorwürfen und wegen fehlender Transparenz in die Kritik geraten. Im Zuge der Krise war neben der Unicef-Vorsitzenden Heide Simonis auch der langjährige Geschäftsführer Dietrich Garlichs zurückgetreten. Mit der Wahl eines neuen Vorstands stellte das Deutsche Unicef-Komitee vor eineinhalb Wochen die Weichen für einen Neuanfang.

Riotte war nach seiner Pensionierung bis 2005 Beauftragter der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten für die Reform des öffentlichen Dienstes. Zuvor war der Jurist unter anderem als Büroleiter des früheren Düsseldorfer Regierungschefs Johannes Rau (SPD) und als Leiter der Abteilung für Personal und Organisation im Landes-Finanzministerium tätig. Von 1987 bis 2003 war Riotte Staatssekretär im Düsseldorfer Innenministerium. (nim/AFP/ddp)

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