Unicef : Weitere Funktion für Garlichs ausgeschlossen

Unicef dementiert Berichte der Bild-Zeitung, wonach der ehemalige Geschäftsführer weiter bei der Hilfsorganisation tätig sein könnte. Die Vorstandssitzung am Mittwoch soll die Frage der Nachfolge klären.

KölnFür den zurückgetretenen Geschäftsführer Dietrich Garlichs wird es bei Unicef keine weitere Beschäftigungsmöglichkeit geben. Unicef Deutschland widerlegt damit Berichte der Bild-Zeitung, wonach der Unicef-Vorstand bei seiner Sitzung an diesem Mittwoch über eine weitere Zusammenarbeit mit Garlichs abstimmen werde. In der Vertrauenskrise bei Unicef Deutschland hat er die Verantwortung übernommen und am vergangenen Freitag sein Amt als Geschäftsführer niedergelegt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen des Verdachts der Untreue.

Mitglieder sprechen sich gegen Garlichs aus

Einige der 60 Mitglieder des Deutschen Komitees für Unicef sprechen sich gegen eine Weiterbeschäftigung Garlichs aus. Es wäre "geradezu grotesk", ihn wieder einbinden zu wollen, erklärte die FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß. Die Moderatorin Nina Ruge, ebenfalls Mitglied des Komitees, sagte:  "So eine Entscheidung wäre in der jetzigen Situation kaum vermittelbar." Edith von Welser-Ude, Frau des Münchner Oberbürgermeisters schloss sich der Meinung an:  "Mit so einem Beschluss würde man alles nur schlimmer machen."

Ob die Grünen-Politikerin Anne Lütkes die Nachfolge im Vorsitz übernimmt, kann bisher nur spekuliert werden. "Es ist überhaupt noch nicht darüber gesprochen worden", sagte der kommissarische Vorsitzende Reinhard Schlagintweit. Das soll bei der Vorstandssitzung von Unicef an diesem Mittwoch in Köln besprochen werden. Mit Entscheidungen ist aber nach Aussage von Schlagintweit noch nicht zu rechnen. (tbe/dpa)

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