Politik : Union: Glos: CSU übernimmt Fraktionsführung nicht

CSU-Landesgruppenchef Michael Glos schließt aus, dass ein CSU-Politiker die gemeinsame Bundestagsfraktion von CDU und CSU führen könnte. "Für mich ist es vollkommen klar, dass die Fraktion nur von einer CDU-Frau oder einem CDU-Mann geführt werden kann", sagte Glos am Dienstag in Berlin. Glos widersprach damit dem CSU-Generalsekretär Thomas Goppel, der es in der vorigen Woche für durchaus denkbar erklärt hatte, dass ein Christsozialer Unionsfraktionschef wird. Allerdings hatte auch Goppel schon darauf hingewiesen, dass die CSU wenig Interesse an dem Amt hat, weil sie dann an Eigenständigkeit verliere.

Hintergrund der Debatte sind Gerüchte über einen Sturz von Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) für den Fall, dass die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, vor allem aber in Baden-Württemberg für die CDU schlecht ausgehen. Für diesen Fall war unter anderem Ex-Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) als Fraktionschef ins Gespräch geraten. In der CSU wird allerdings eher damit gerechnet, dass in diesem - nach wie vor als unwahrscheinlich betrachteten - Fall CDU-Chefin Angela Merkel die Fraktionsführung übernehmen müsste.

Glos forderte ein Ende der Personaldebatte. "Bürgerliche Wähler wollen keinen Streit", sagte der Landesgruppenchef. Bei einer ersten gemeinsamen Sitzung der CSU-Abgeordneten mit der Landesgruppe Baden-Württemberg am Vorabend habe dieses Thema auch keine Rolle gespielt.

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