Unruhen in Israel : Kameras auf dem Tempelberg - ein Zeichen der Hilflosigkeit

Fast täglich werden Israelis von palästinensischen Extremisten angegriffen. Nun sollen Kameras auf dem Tempelberg die Lage beruhigen. Das wird kaum gelingen. Ein Kommentar.

von
Umstrittener Ort: Muslime werfen Israel vor, den Status quo auf dem Tempelberg verändern zu wollen.
Umstrittener Ort: Muslime werfen Israel vor, den Status quo auf dem Tempelberg verändern zu wollen.Foto: Abir Sultan/dpa

Es ist nicht mehr als ein historischer Zufall. Doch einer von großer Symbolkraft. Vor genau 20 Jahren ermordete ein Rechtsextremist Jitzchak Rabin. Und mit dem immer noch hoch angesehenen israelischen Premier wurde die wohl solideste Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten zu Grabe getragen.

Heute ist das Abkommen von Oslo, das den Weg zur Aussöhnung zwischen Palästinensern und Israelis ebnen sollte, kaum mehr als Makulatur. Stattdessen herrschen Missgunst und Hass. Aus diesen Gefühlen wird derzeit Tag für Tag Gewalt. Die „Messer-Intifada“ hat Israel zutiefst verunsichert. Wer das Haus verlässt, muss damit rechnen, von palästinensischen Extremisten getötet zu werden. Keiner ist mehr seines Lebens sicher. Angst wird zum ständigen Begleiter.

Falsche Behauptungen

Auch weil von arabischer Seite immer wieder und fälschlicherweise behauptet wird, die Regierung von Benjamin Netanjahu wolle den Status quo auf dem Tempelberg zu Ungunsten der Muslime verändern. Nun soll das Areal mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee auf Vorschlag Jordaniens ständig mit Kameras überwacht werden. Dass dies die Gewalt eindämmt, ist aber zweifelhaft. Auch wenn US-Außenminister John Kerry darauf hofft.

Vielmehr spricht aus dieser Maßnahme Rat- wie Hilflosigkeit. Denn Fanatiker lassen sich nicht von Kameras aufhalten. Weder arabische noch jüdische, die immer wieder mit Besuchen auf dem Plateau provozieren. Und die tiefer liegenden Probleme, also das Ringen um eine Zwei-Staaten-Lösung, beseitigt man so auch nicht. Da braucht es einiges mehr. Zum Beispiel Kompromissbereitschaft und Mut zu unbequemen Entscheidungen. Nicht nur, aber eben auch auf palästinensischer Seite.

Der Hingucker - das besondere Bild
Den Wettbewerb um den Titel des hässlichsten Hundes hat die 17 Jahre alte Sweepee Rambo gewonnen. Sie ist ein "Chinese Crested Chihuahua" und auf einem Auge blind.Weitere Bilder anzeigen
1 von 952Foto: dpa
25.06.2016 20:07Den Wettbewerb um den Titel des hässlichsten Hundes hat die 17 Jahre alte Sweepee Rambo gewonnen. Sie ist ein "Chinese Crested...
» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben