Politik : US-Ausschuss: Saddam half Al Qaida nicht

Malte Lehming/Frank Jansen

Berlin/Washington - Zwei Wochen vor der offiziellen Machtübergabe im Irak ist die Erdölindustrie des Landes durch mehrere Anschläge lahm gelegt worden. Ein Anschlag auf die südirakische Pipeline unterbrach den Ölexport von Basra aus. In Kirkuk wurde der Sicherheitschef der dortigen Ölgesellschaft, Ghasi Talabani, getötet. Er war ein Cousin des kurdischen Politikers Dschalal Talabani. Das US-Verteidigungsministerium ernannte den Vizestabschef der Armee, General George Casey, zum neuen Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak.

Der Irak hatte vor dem Krieg keine Verbindungen zu Al Qaida. Zu diesem Ergebnis kommt die unabhängige Untersuchungskommission zum Terror des 11. September 2001. Es gebe „keine glaubwürdigen Beweise" dafür, dass Saddam Hussein in die Anschläge verwickelt war, heißt es in dem in Washington veröffentlichten Bericht. Für die US-Regierung ist dies ein herber Schlag. Die mutmaßliche Zusammenarbeit zwischen Saddam und Al Qaida war ein zentraler Grund für den Irakkrieg. Noch am Montag hatte Vizepräsident Dick Cheney behauptet, Saddam habe „etablierte Verbindungen zu Al Qaida“ gehabt. Das Papier bestätigt die Position deutscher Nachrichtendienste, die ein Zusammenwirken von Al Qaida und Saddam ausschließen.

In einem separaten, auch am Mittwoch veröffentlichten Bericht kamen weitere Details der Vorgeschichte zum 11. September ans Licht. So soll der Chefplaner von Al Qaida, Khalid Scheich Mohammed, ursprünglich vorgeschlagen haben, zehn Flugzeuge an der West- und Ostküste der USA zu entführen. Diese sollten auch auf die Zentralen von CIA und FBI, auf Atomkraftwerke und Hochhäuser in Kalifornien gelenkt werden. Den Plan soll bin Laden als zu ambitioniert abgelehnt haben.

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