US-Diplomatie : Obama benennt US-Botschafter für Irak und Afghanistan

US-Präsident Barack Obama will den Karrierediplomaten Christopher Hill als neuen US-Botschafter in den Irak schicken. Generalleutnant Karl Eikenberry soll als Botschafter nach Afghanistan.

WashingtonHill war bislang Verhandlungsführer bei den Sechs-Partei-Gesprächen um das nordkoreanische Atomprogramm. Eikenberry war bereits Befehlshaber der US-Truppen in Afghanistan und ist derzeit noch Vize-Vorsitzender des Militärkomitees der Nato in Brüssel.

Obama sagte, er sei zuversichtlich, dass sie "zielgerichtet und pragmatisch" mit Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates an der Erneuerung der US-Diplomatie, der Stärkung des Militärs und der Förderung der US-Werte und Interessen in der Welt arbeiten werden. Hill löst in Bagdad Botschafter Ryan Crocker ab, in Kabul räumt für den Militär Eikenberry der Zivilist William Wood seinen Posten.

Truppenabzug bis 2011

Obama hatte unlängst den Abzug aller Kampftruppen aus dem Irak bis August 2010 angekündigt. Die letzten Soldaten sollen 2011 das Land verlassen. Bis September sollen rund 12.000 Soldaten abgezogen werden. Die US-Truppenstärke im Irak liegt derzeit bei 140.000 Mann.

Der Rückzug der Truppen aus dem Irak erleichtert Obama die Aufstockung der Soldaten in Afghanistan, wo er die "zentrale Front" im Kampf gegen den Terrorismus sieht. Der Präsident hatte unlängst angekündigt, weitere 17.000 Soldaten an den Hindukusch schicken zu wollen. In einem Interview hatte Obama zudem Gesprächsbereitschaft mit moderaten Mitgliedern der Taliban signalisiert. Ein "Teil des Erfolges im Irak schließt die Annäherung an Leute ein, die wir als islamische Fundamentalisten ansehen würden", sagte Obama. (imo/dpa)

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